Meisterrennen auf messers schneide: sturm graz am scheideweg?
Die Bundesliga-Meistergruppe steht am Mittwoch vor einem entscheidenden Drehtag. Während Sturm Graz versucht, seinen knappen Vorsprung vor dem LASK zu verteidigen, könnten die Linzer mit einem Sieg die Tabellenführung übernehmen. Ein spannungsgeladenes Rennen, bei dem auch Salzburg und Rapid ihre Ambitionen unter Beweis stellen müssen.
Die ausgangslage: vier teams im kampf um die krone
Nach dem Unentschieden am Sonntag in Linz, wo der LASK trotz einer deutlichen Überlegenheit (28:4 Torschüsse) nur ein 1:1 erreichte, ist die Spannung im Meisterrennen kaum zu überbieten. Sturm Graz hat zwar Glück gehabt, den Punktverlust abzuwenden, doch die Partie offenbarte auch Schwächen, die es gegen den hungrigen LASK zu korrigieren gilt. Der Elfmeter, der zum frühen Führungstreffer durch Otar Kiteishvili führte, war laut Schiedsrichter-Rückblick ein Fehlurteil – ein Fakt, der Dietmar Kühbauer, dem LASK-Trainer, zur Weißglut trieb.
Doch der Burgenländer schätzt seine Mannschaft ein: „Wir waren im ersten Duell die klar bessere Mannschaft. Sturm wird sich nun garantiert anders präsentieren. Dennoch fahren wir dorthin, um ein gutes Spiel abzuliefern.“ Sascha Horvath, Kapitän des LASK, mahnt: „Wir dürfen keinen Schritt weniger machen und müssen über 90 Minuten voll fokussiert sein.“ Ein Sieg in Graz, wie bereits im November, wäre ein enormer Schritt Richtung Meisterschaft.
Hinter den Top-Duellen drängen sich Red Bull Salzburg und Rapid Wien ins Rampenlicht. Salzburg will die Austria erneut bezwingen und so den Anschluss an die Spitze halten. Rapid steht hingegen unter Druck, gegen Hartberg zu gewinnen, um den Abstand zu den vorderen Plätzen zu verringern – eine Niederlage wäre ein herber Rückschlag im Kampf um die internationalen Startplätze.

Salzburg gegen austria: kann die serie brechen?
Die bisherige Saison zwischen Salzburg und der Austria war geprägt von einem klaren Muster: Der Heimvorteil entschied die Spiele. Salzburg siegte in Wien und in Wals-Siezenheim, doch Jannik Schuster, Innenverteidiger der „Bullen“, warnt vor Selbstüberschätzung: „Es ist natürlich fein mit Selbstvertrauen zu spielen, weil man weiß, dass man sie vor ein paar Tagen geschlagen hat. Man kann sich aber nichts darum kaufen.“
Trainer Daniel Beichler setzt auf Kontinuität: „Wir waren schon achtmal abgeschrieben, sechsmal Titelfavorit, dann haben wir wieder ein Comeback hingelegt. Wir versuchen uns auf die Spiele zu konzentrieren.“ Der Ausfall von Topstürmer Johannes Egestein schadet der Austria, doch Stephan Helm, der Trainer der Wiener, glaubt an eine Leistungssteigerung: „Mit einer Leistung wie in der zweiten Hälfte gegen Salzburg können wir mehr herausholen.“

Rapid unter zugzwang: heimsieg pflicht?
Für Rapid Wien ist der Druck immens. Nach drei sieglosen Partien steht die Mannschaft vor einem „Muss-Sieg“ gegen Hartberg, wie Trainer Johannes Hoff Thorup betonte. „Wenn wir um die vorderen Positionen mitspielen wollen, müssen wir gewinnen“, so der Däne. Die Rückkehr ins komplett gefüllte Allianz Stadion soll den Rapiden neuen Auftrieb geben, doch die Aufgabe wird keineswegs einfach sein.
Trainer Hoff Thorup sinniert sogar über einen ungewöhnlichen Motivationsschub: „Er [Toto Wolff] ist Boss einer großen Organisation und regelmäßig unter Druck. Es könnte interessant sein, Inspiration von außen zu erhalten.“ Lukas Fridrikas von Hartberg bleibt optimistisch: „Auswärts in Wien wird es sicher nicht einfach, aber wenn wir an unsere Leistungsgrenze gehen, ist definitiv etwas möglich.“
Die Meistergruppe ist unberechenbar, der Kampf um die Spitze wird bis zum Schluss dramatisch bleiben. Die Spiele am Mittwoch werden zweifellos neue Wendungen bringen und die Entscheidung weiter hinauszögern.
