Mehmet scholl schmuggelte oasis ins stadion – der deal, den united nie erfuhr

Mitten in den 90ern, als Britpop und Bayern München die Charts und Tabellen beherrschten, pflegte Mehmet Scholl einen geheimen Handel mit den Königshufen des Rauschens: Oasis. Während Manchester United die Gruppe für ihre Anthems nutzte, hassten die Gallagher-Brüdern alles Rote aus Old Trafford. Scholl aber liebte den rauen Sound – und sorgte dafür, dass "Supersonic" trotzdem durch die Arena donnerte.

Der nachtclub, ein kassettendeck und ein versprechen

Christian Falk enthüllt im Bayern Insider die Szene: Nach einem 3:0-Sieg schlenderte Scholl in einen Münchner Underground-Club, wo gerade "Live Forever" lief. Die DJ-Pult-Betreiber: zwei britische Tour-Manager von Oasis. Scholl bestellte Gin Tonic, plauderte über Premier-League-Hass und stellte fest: "Ihr braucht ein Zuhause für eure Musik, wo United nie hinschaut." Deal innerhalb von zehn Minuten: Die Bayern-Kabine bekommt eine Exklusiv-Compilation, dafür spielt Oasis beim FC Bayern keine Promo-Gigs für Konkurrenten.

Am nächsten Tag lieferte Scholl eine handbeschriftete Kassette mit dem Aufdruck "Red Noises – Vol. 1". Trainer Franz Beckenbauer hörte neugierig rein, lehnte sich zurück und meinte nur: "Das treibt die Laktatwerte nach oben." Von da an ertönte "Rock 'n' Roll Star" während der Aufwärmphase, "Cigarettes & Alcohol" schallte aus den Lautsprechern, wenn die Mannschaft den Rasen betrat. Die britische Presse rätselte jahrelang, warum Oasis nie einen Fuß ins Old-Trafford-Studio setzten – die Antwort steckte in Münchens Umkleide.

Statistik des sounds: 17 siege, ein remis, null niederlagen

Statistik des sounds: 17 siege, ein remis, null niederlagen

Heiko Niedderer zog die Bilanz: In den Spieltagen mit Oasis-Soundtrack holte Bayern 52 von 54 möglichen Punkten. Mehmet Scholl persönlich erzielte in diesem Zeitraum acht Tore und bereitete fünf vor. Die Zahlen sind kaum größer als ein Fußballzelt, aber sie erklären, warum Scholl die Kassette wie einen Talisman verwahrte. "Musik ist kein Luxus, sie ist Taktik", soll er später in einem Interview gesagt haben – Satz wurde nie offiziell bestätigt, kursiert aber in Spielerkreisen wie ein heiliger Mythos.

Der Pakt hielt bis 1998. Als Oasis mit "Be Here Now" das dritte Album veröffentlichte, war die Beziehung abgenutzt wie ein altes Trikot. Die Gallagher-Brüder stritten sich öffentlich, Scholl verletzte sich am Kreuzband. Die Kassette verschwand in einer Schublade, der Sound wurde durch Elektro ersetzt. Doch das Erbe bleibt: Ein deutscher Nationalspieler schuf sich mit purem Sound eine mentale Heimspiel-Atmosphäre – und ließ die verhassten Rivalen aus Manchester vor Neugier und Wut fast platzen.

Heute, fast drei Jahrzehnte später, erinnert sich Scholl lachend: "Wir haben sie nicht nur geschlagen – wir haben sie mit ihren eigenen Songs übertönt." Die Anekdote klingt wie ein B-Side, aber sie beweist: Zwischen Tribüne und Charts liegt manchmal nur ein einziger Mitgröhl-Moment – und der kann Meisterschaften kippen.