Mclaren wankt: suzuka-training liefert ersten hoffnungsschimmer nach china-desaster
Sieben Tage nach dem blamablen Doppelausfall von Shanghai haben Lando Norris und Oscar Piastri in Suzuka ein Statement gesetzt. Der Australier stellte im zweiten Freien Training die Tagesbestzeit, Norris folgte auf Rang vier – kleine Schritte, große Bedeutung für ein Team, das bislang 2025 nur aus Pannen und Frust kannte.
Andrea stella spricht offen über batteriefehler und lernkurve
Teamchef Andrea Stella nimmt den Schlagstock. „Zwei Autos, die nicht einmal aufstellen, ist eine absolute Ausnahmesituation“, sagt der Italiener. Schuld war laut Stella nicht die Mercedes-Motorhardware, sondern isolierte Batteriezellen, die sich fast zeitgleich verabschiedeten. „Unterschiedliche Fehler, aber beide auf der elektrischen Seite – das macht die Analyse komplexer, nervt aber auch mehr.“
McLaren hatte mit der Umstellung auf das neue Hybrid-Kraftpaket gerechnet, dass die Integration holpern würde. Dass aber komplette Rennwochenenden in Rauch und Leerlauf enden, war selbst intern nicht auf dem Radar. „Wir vertrauen Mercedes blind, dass sie aus jedem Defekt lernen – und sie tun es“, betont Stella. Für Norris kommt eine neue Batterie-Einheit, Piastris Paket konnte repariert werden. Die Grid-Strafen für Komponentenwechsel werden folgen, doch das Team akzeptiert die Rechnung.
Der größere Verlust ist indes der Lernfaktor. Oscar Piastri hat in dieser Saison noch keinen einzigen Rennkilometer auf dem Zähler. „Das nagt an ihm, weil er Energiemanagement und hybriden Schub nur auf der Strecke verstehen kann“, gibt Stella zu. Die Piloten analysieren gemeinsam Daten, halten sich per interner WhatsApp-Gruppe auf dem Laufenden. „Noch nie haben Lando und Oscar so eng zusammengearbeitet“, sagt der Teamchef. „Oscars mentale Stärke nach dem China-Debakel spornt die ganze Fabrik an.“

Ferrari und mercedes setzen mclaren in kurven außer gefecht
Die Zeitenjagd in Suzuka zeigt auch, wo McLaren hakt: in den schnellen Ecken. „Ferrari und Mercedes spielen eine andere Liga, wenn es um mechanischen Grip und Abtrieb geht“, erklärt Stella. Die MCL40 besitzt laut Ingenieuren genug Downforce, doch die Reifen stehen aufgrund mangelnder Standfestigkeit früher auf. „Wir verlieren am Kurveneingang Speed, weil das Auto nicht sofort beißt“, sagt ein Mechanik-Veteran.
Ab Bahrain sollen neue Flügel und ein modifiziertes Unterboden-Floor die Lücke schließen. „Die Aerodynamik-Abteilung hat zwei Upgrade-Pakete in der Pipeline, die in den nächsten Rennen kommen“, kündigt Stella an. Ziel: bis Imola will McLaren wieder um Podestplätze mitmischen. „Unsere Infrastruktur ist so stark wie nie, unsere Tools auch. Jetzt muss nur noch das Ergebnis folgen.“
Die Zahlen sind hart: nach zwei Läufen steht McLaren mit Null Punkten da, während Red Bull und Ferrari schon zweimal einlöffelten. Dennoch zeigt Stella keine Anzeichen von Panik. „Wir haben 2025 noch 22 Rennen, 22 Chancen, die Geschichte umzuschreiben. Und wenn die Upgrades halten, was sie versprechen, werden wir die Saison nicht nur retten, sondern vorne entscheidend mitspeilen.“
Die Formel-1-Welt schaut gespannt auf Suzuka. Ein starkes Wochenende hier, und das China-Desaster rutscht in die Schublade „Lehrgeld“. Bleibt nur die Frage, ob die Batterie diesmal durchhält – und ob Piastri endlich die erste Rennrunde seiner Titelverteidigung vollendet.
