Mcgrath krönt slalom-krimi mit tränen – meillard verspielt sieg in letzten toren

Atle Lie McGrath fuhr nur Achter, reichte aber. 41 Zähler Vorsprung vor Saisonende verwandelten sich in einer Sekunde Tränen der Erlösung, als Lucas Pinheiro Braathen im Ziel gestrauchelt kam und die kleine Kristallkugel an Norwegen zurückging.

Die zahl, die alles entschied: 0,44 sekunden

Timon Haugan riss im Zielrausch die Arme hoch, doch die Kameras suchten bereits hinter ihm. Dort klappte Loïc Meillard der Ski weg, 44 Hundertstel fehlten zur Revanche. Der Schweizer hatte nach Durchgang eins noch 0,67 Sekunden Polster, doch Haugan schraubte sich in die norwegische Ski-Fibel: 51,85 Sekunden im zweiten Lauf, schnellster Zeitstrahl des Tages.

Meillard fuhr trotzdem Podest, Platz zwei. Dahinter schob sich Eduard Hallberg auf Rang drei, ein schwedisches Ausrufezeichen. Die übrigen Eidgenossen? Abseits. Daniel Yule rutschte auf 15 vor, Tanguy Nef machte noch drei Plätze gut – reichte nur für Rang sechs. Die Schweizer Delegation verließ die Arena mit zwei Medaillen, aber ohne Kugel.

Tränen statt spurt – braathens verpatzter finaleinsatz

Tränen statt spurt – braathens verpatzter finaleinsatz

Vor dem Start lag Braathen 41 Punkte zurück, eine Siegchance nur mit Sieg. Doch der Brasilianer mit norwegischem Pass fand keinen Rhythmus, stieg früh aus, schlug mit der Hand auf die Schneewand. Sekunden später umarmte ihn der neue Kugelträger – beide hatten Tränen in den Augen, nur die eine Freude war größer.

Clement Noël und Henrik Kristoffersen schauten von außen. Ihr Rückstand war zu groß, ihre Chancen nur theoretisch. Sie verabschieden sich mit leeren Händen aus dem Slalom-Winter.

Die Szene im Zielraum wird Video-Material für die Jahresrückblicke: McGrath sinkt auf die Knie, Haugan jubelt neben ihm, Meillard atmet tief durch. Die kleine Kristallkugel glänzt im Scheinwerferlicht – ein norwegisches Artefakt, das in der Schweiz fast hätte eingeschlagen werden.