Mbappés knie: madrids lügen-alarm und die vier wochen ohne superstar

Real Madrid schweigt sich über die wahre Dimension aus, doch die spanischen Zeitungen haben schon gerechnet: Kylian Mbappé fällt mindestens vier Wochen aus. Der Klub bestätigt nur eine „Verstauchung im linken Knie“, behandelt „konservativ“ – und lässt die Frage offen, warum Trainer Álvaro Arbeloa seinen Stürmer zuletzt trotz Schmerzen durchspielen ließ.

Arbeloa wusste bescheid – und log

Die Chronologie ist brisant. Seit Wochen beteuerte Arbeloa, Mbappé sei „einsatzbereit“. Gegen Monaco, Levante, Villarreal, Benfica, Rayo und Valencia spielte der Franzose durch – 90 Minuten, dreimal in sieben Tagen. Nur beim Gastspiel in San Sebastián durfte er zuschauen. Intern klage er über Instabilität im Außenband, doch die medizinische Abteilung schickte ihn zurück auf den Platz. Jetzt zahlen alle drauf.

Die Zeitung Sport wirft dem Coach schonungslose Täuschung vor. „Die Lage wurde beschönigt“, titelt die Katalane. Die Reaktion des Klubs: ein Statement, das mehr verschleiert als aufklärt. „Untersuchungen wurden von französischen Fachärzten unter Aufsicht des Real Madrid Medical Services durchgeführt“, heißt es. Ein Wink mit dem Zaunpfahl: Die Ärzte in Madrid trauen sich offenbar selbst nicht mehr über den eigenen Patienten.

Champions-league-hoffnung wird zur roulette

Champions-league-hoffnung wird zur roulette

Das Achtelfinale gegen Manchester City rückt bedrohlich nah. Das Hinspiel am 11. März wird Mbappé verpassen, das Rückspiel in Manchester Anfang April ist noch ein offener Termin im Kalender. Intern hofft der Spieler selbst auf ein Wunder, doch die Physios reden von „vorsichtiger Prognose“. Übersetzt: Keiner wagt eine Garantie.

Für Real Madrid kommt die Verletzung zum worst timing. Nach zwei Liga-Niederlagen in Folge (1:2 in Pamplona, 0:1 gegen Getafe) fehlte ohnehin die Durchschlagskraft. Jetzt muss das Team gegen City auch ohne seinen 52-Millionen-Mann auskommen – und das in einer Saison, in der Barça bereits acht Punkte Vorsprung hat.

Die Lehre: Superstars sind keine Maschinen. Wer sie wie eine Drehkreuz-Maschine einsetzt, riskiert, dass sie sich früher oder später verspannen. Madrid spielt Roulette – und verliert gerade den Einsatz.