Matxin deckt auf: warum van der poel pogacar schon wieder blockieren könnte

Die Wunde ist sechs Jahre alt und blutet noch. Tadej Pogacar jagt am Samstag sein letztes weißes Saumonument – und der Mann, der ihm schon zweimal Mailand-Sanremo weg-schnappte, sitzt wieder im Nacken. Matxin Joxean Fernández, Sportdirektor UAE Team Emirates, sagt es offen: „Mathieu van der Poel durchschaut Tadej.“

Die 156 kilometer, die pogacar verfolgen

Die Strecke ist kein Geheimnis: Via Aurelia, Capo Berta, Cipressa, Poggio. Doch die Zahlen, die Matxin im Kopf hat, sind brutaler. 299 Höhenmeter in den letzten 20 Minuten, 46,2 km/h Schnitt auf der Via Roma, zwei Siege van der Poel, null Pogacar. „Wir müssen diesmal das Tempo so hoch reißen, dass Mathieu kurz vor der Cipressa schon fragt, warum er eigentlich noch in Italien ist“, zitiert Eurosport Spanien den Basken.

Die Lücke in der Kompanie fällt aus: Tim Wellens und Jhonatan Narváez fehlen – Schlüsselbein, Brustwirbel. „Das sind keine Statisten, das sind unsere Getriebe“, sagt Matxin. „Ohne sie bleiben Tadej alleine auf der Via Aurelia übrig, und Van der Poel hat noch drei Lokomotiven um sich.“

Van der poels geheime waffe heißt analyse

Van der poels geheime waffe heißt analyse

Was die meisten übersehen: Der Niederländer gewinnt nicht mit Muskeln, sondern mit Millisekunden. „Er kennt Tadejs Taktik bis ins kleinste Detail“, sagt Matxin. „Wenn Tadej auf der Cipressa 300 Meter vor dem Gipfel attackiert, wartet Mathieu genau 250 Meter. Wenn Tadej rechts überholt, zieht Mathieu links. Es ist wie Schach, nur mit 50 km/h Gegenwind.“

UAE hat darauf reagiert. Statt wie 2025 auf dem Poggio zu warten, planen sie jetzt ein Doppel-Tempo-Programm: Marc Hirschi und João Almeida sollen auf der Cipressa in Serie durchbrennen – nicht, um wegzufahren, sondern um van der Poels internen Tachometer durcheinanderzubringen. „Wir wollen, dass er zweimal nachdenkt“, sagt Matxin. „Und wenn er zweimal nachdenkt, verliert er 0,2 Sekunden. Das reicht auf der Via Roma.“

Die appetit-frage: wer hungert mehr?

Die appetit-frage: wer hungert mehr?

Pogacar hat zehn Monuments, fehlt nur noch Roubaix und Sanremo. Van der Poel hat zwei Sanremo-Siege, fehlen Flandern und Lüttich. „Tadej will die Sammlung vervollständigen, Mathieu will beweisen, dass er nicht nur Frühling kann“, sagt Matxin. „Beide fahren mit offenem Helm, aber nur einer kann die Geschichte umschreiben.“

Die Wetter-Karte spricht für den Slowenen: 14 Grad, Südwest, leichter Regen – ideale Bedingungen für einen Spurt aus dem Hauptfeld. Aber genau das ist die Falle. „Wenn es nass wird, wird Mathieu noch schneller“, warnt Matxin. „Dann braucht Tadej keine 0,2 Sekunden Vorsprung, sondern zwei.“

Um 17:42 Uhr Ortszeit wird die rote Flut auf der Via Roma einbrechen. Dann zählt nur noch, wer die Nerven länger durchhält. Matxin glaubt, dass sein Mann diesmal die Klinge zieht. „Wir haben nichts zu verlieren, außer einem weiteren zweiten Platz.“