Matti schmid schlägt zweimal zu: deutsches golf-talent erobert puerto rico
148.000 Dollar und ein breites Grinsen – Matti Schmid hat in Puerto Rico bewiesen, dass sein Top-10-Treffer vor einer Woche kein Einzelfall war. Der 28-jährige Kölner beendete das 4-Millionen-Dollar-Turnier in Rio Grande als Fünfter und schickt damit eine klare Botschaft an die Golf-Welt: Ich bin angekommen.
276 Schläge auf dem Par-72-Kurs von Grand Reserve reichten, um sich hinter Sieger Ricky Castillo ein weiteres Mal in die vorderste Reihe der PGA Tour zu schieben. Castillo feierte mit 271 Slagen seinen ersten Triumph auf der Tour, doch der Tag gehörte auch zwei Deutschen.

Jeremy paul folgt dicht auf
Nur einen Schlag hinter Schmid landete Jeremy Paul auf Rang acht. Der 32-Jährige zeigte, dass deutsche Golfer nicht nur mitspielen, sondern mitsprengen wollen. 277 Schläge, Platz acht, 91.200 Dollar – und ein Schwenk in der Weltrangliste, der weit über Puerto Rico hinausreicht.
Die Zahlen wirken nüchtern, doch sie verstecken das emotionale Abbild eines Sports, der sich gerade neu erfindet. Schmid war nie ein Sprinter, sondern ein Mann für die langen Saisonbögen. Nach Jahren, in denen Verletzungen und Formdellen seine Karriere ausbremsten, scheint er nun die richtige Geschwindigkeit gefunden zu haben.
Die PGA-Tour-Saison ist noch jung, aber Schmid hat bereits zweimal unter den besten Zehn abgerechnet. Das ist keine Momentaufnahme mehr, das ist ein Trend. Und Trends versorgen Spieler wie ihn mit Startrecht, Sponsoren und Selbstvertrauen – der Rohstoff, der auf der Tour knapper wird als Preisgeld.
Castillo darf sich über 720.000 Dollar und ein Eintritts-Ticket in die Championship-Rennen freuen, doch die deutsche Delegation fährt mit doppeltem Grund zur Jubel: zwei Top-Ten-Platzierungen, zwei Koffer voller Dollar, ein Haufen Punkte für die FedEx-Cup-Tabelle. Wenn Schmid und Paul so weitermachen, wird der deutsche GolfPavillon beim Playoff-Finale in Atlanta größer ausfallen als je zuvor.
Die Saison ist längst nur noch eine Frage der Distanz – und Schmid hat bewiesen, dass er sie mitmachen will. Nächste Station: die Florida-Swing. Wer jetzt noch sagt, deutsches Golf lebe nur in Gedanken, hat Puerto Rico offensichtlich verpasst.
