Matthäus und lahm kritisieren: wm-kader vor pokalfinale?

Ein Sturm der Kritik braut sich zusammen: Lothar Matthäus und Philipp Lahm haben die Entscheidung des DFB, den Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 kurz vor dem DFB-Pokalfinale zu nominieren, scharf verurteilt. Die Frage, ob dieser Zeitpunkt die Spieler mental und physisch optimal vorbereitet, wirft lange Schatten.

Die sorge um die finalisten

Die sorge um die finalisten

Matthäus ließ seiner Enttäuschung in einem Interview mit Sport Bild freien Lauf: „Wie kann man diese Nominierung zwei Tage vor dem Pokal-Endspiel zwischen Stuttgart und Bayern vornehmen? Da werden ganz sicher zwei, drei Spieler, die auf eine Weltmeisterschaft hoffen, belastet werden.“ Auch Lahm stimmte ihm zu, und betonte die emotionale Belastung, die eine mögliche Absage am Traum von der WM bedeuten könnte, gerade unmittelbar vor einem wichtigen Finalspiel.

Die Situation ist komplex: Ein Platz in der Nationalmannschaft ist begehrt, und die Entscheidung von Julian Nagelsmann wird nicht nur Spieler, sondern auch Trainer vor eine Zerreißprobe stellen. Es ist durchaus möglich, dass Nagelsmann einigen Spielern beider Finalisten ein WM-Ticket schenkt. Doch es ist ebenso wahrscheinlich, dass es Enttäuschungen gibt – Spieler, die kurz vor dem Pokalfinale mit der niederschmetternden Nachricht einer Nicht-Nominierung konfrontiert werden.

„Wir sind Profis, das ist klar“, räumte Lahm ein, „aber es geht trotzdem etwas an den Spielern vorbei.“ Der Bundestrainer wird seinen 26-Mann-Kader am Donnerstag bekannt geben, während das Pokalfinale erst am Samstag stattfindet – ein knappes Zeitfenster, das die Nerven der Beteiligten strapaziert.

Neben den bereits feststehenden WM-Teilnehmern wie Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Aleksandar Pavlovic, Leon Goretzka und Jamal Musiala wird besonders die Entscheidung über Manuel Neuer mit Spannung erwartet. Auch Jonas Urbig kann auf eine Nominierung hoffen, während Tom Bischof Außenseiterchancen hat. Serge Gnabry fällt hingegen verletzungsbedingt aus.

Die Diskussionen um die WM-Nominierung sind noch lange nicht abgeschlossen. Besonders die Erfahrung des VfB Stuttgart, der in der Vergangenheit durch frühzeitige Kaderbekanntgaben vor Europa-League-Spielen benachteiligt wurde, wird immer wieder hervorgehoben. Matthäus argumentiert: „Die Festlegung der Termine sollte sich auch ein bisschen nach dem Spielplan der Vereine richten.“

Die Terminierung der Nominierung, so der Rekordnationalspieler, sei ihm schon seit Längerem ein Dorn im Auge. Er schlägt vor, die Bekanntgabe auf den 24. zu verschieben, einen Tag nach dem Pokalfinale, um den Vereinen und Spielern mehr Rücksicht zu zollen.

Die Entscheidung von Julian Nagelsmann wird zeigen, ob er den sportlichen Aspekt über die emotionalen Bedürfnisse der Spieler stellt. Die kommenden Tage werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich diese heiklen Umstände auf die Leistung der deutschen Nationalmannschaft auswirken werden.