Martínez trainiert allein – sein comeback fällt auf den oster-sonntag
Lautaro Martínez jagt die Meisterschaft – und sich selbst. Gestern Früh stand der Inter-Kapitän auf dem leeren Trainingsplatz von Appiano Gentile, nur begleitet von Physiotherapeuten und Henrikh Mkhitaryan, der nach Kreuzband-OP noch immer an einer Parallelkurve arbeitet. Kein Teamkollege weit und breit. Chivu hatte allen anderen einen Extra-Tag Ruhe gegönnt, doch der Toro ließ sich nicht bändigen.
Warum florenz zu früh kommt
Die Wunde am linken Oberschenkel, die er sich in Bodo/Glimt zuzog, ist verheilt, aber noch nicht kampfbereit. Die Partie bei der Fiorentina am Samstag rückt näher, doch kein Risiko, laut interner Vorgabe. Der Spieler selbst hätte sofort unterschrieben – schließlich fehlt er seit 30 Tagen –, aber die medizinische Abteilung schlägt den Daumen nach unten. Der Grund: zwei Wochen Länderspiel-Pause folgen, Argentinien hat ihn nicht nominiert, Scaloni schenkt ihm Erholung statt Jetlag. Perfektes Timing, um am 1. April gegen Roma in San Siro zurückzukehren.
Dort hat er in 14 Duellen acht Mal getroffen und fünf Siege eingefahren. Die Statistik klingt wie eine Drohung. Seine Frau Agustina filmte indes die Oster-Dekoration im Wohnzimmer: Luftballons in Inter-Farben, ein „Papá“-Banner, Kinder Nina und Theo hüpfend. Danach fuhr Martínez ins Centro Sportivo, um allein Sprintreihen zu absolvieren – ein Instagram-Video wäre dabei, doch er verzichtete. Stille Arbeit statt Show.

Der plan: racing-ausflug nach dem titel
Hinter dem Comeback lauert eine zweite Geschichte. Martínez träumt laut eigener Aussage davon, einmal für ein Jahr zu Racing Club zurückzukehren, wo er 2018 zum europäischen Top-Stürmer wurde. Präsident Diego Milito wartet mit offenen Armen, doch erst will der Toro Scudetto Nummer 20 fixieren. Der Vorsprung auf der Tabelle: fünf Punkte vor Stadtrivale Milan bei noch zehn Spielen. Die Zahlen liegen auf dem Tisch, genau wie die Luftballons zu Hause.
Am Oster-Sonntag schlägt die Stunde des Kapitäns – und wenn er gegen Roma jubelt, wird keiner mehr an Bodo erinnern, sondern nur noch an den nächsten Schritt auf dem Weg zum Stern. Dann ist Appiano Gentile wieder voll, doch gestern war es sein privater Kreuzzug. Die Meisterschaft kommt nicht später, sie wartet nur auf den richtigen Moment.
