Martínez packt aus: ronaldo ist kein mythos, sondern das ewige smalltalk-thema

Roberto Martínez schmeißt Cristiano Ronaldo in die nächste Etage – und zwar als Aufzahltgespräch. „Wenn du in den Lift steigst, kannst du über das Wetter reden oder über Cristiano“, sagt Portugals Nationalcoach der Süddeutschen. Mit 41 Jahren spuckt Ronaldo längst keine Zahlen mehr, sondern Tore und Vorlagen. Der Coach lobt: „Sein Kopf ist noch nicht fertig.“

Ronaldo? ein teamspieler mit 999 treffern

Martínez hat den Superstar zwei Jahre lang hautnah studiert. Was er sah, widerspricht jedem Klischee vom Egotripper. „Ich habe ihn Elfmeter an Mitspieler abtreten sehen. Aus bester Position hat er aufgelegt, statt zu schießen.“ Die 1.000-Tor-Marke? „Ihm egal, ob 999 oder 1.001.“ Statistiken sind für Ronaldo längst Fahrstuhlmusik. Entscheidend sei der Appetit, jeden Tag besser zu werden – als Kollege, nicht als Idol.

Der Spanier nennt Ronaldo eine „historische Referenz“, die Fußballgeschichte umgeschrieben habe. Mehr als 20 Jahre Dienst für die Seleção – das allein schafft Respekt. „Er ist keine Ikone, er ist das Thema, das jeder versteht“, sagt Martínez und lacht: „Vom Kassierer bis zur Ministerin.“

Nagelsmann kriegt das zweite kompliment

Nagelsmann kriegt das zweite kompliment

Martínez schwenkt kurz nach Berlin. Julian Nagelsmann sei „sofort erkennbar“: hohe Defensivlinie, Angriffsfußball, viele Leute im gegnerischen Sechzehner. „Das mag ich.“ Keine Floskel, sondern eine Kampfansage an alle, die den DFB-Coach für einen Taktikfuchs halten. Für Martínez ist Nagelsmann ein Brand, nicht ein Brett.

Der Belgien-Ex-Trainer weiß, wovon er spricht. Er hat Hazard, De Bruyne & Co. jahrelang auf Höchstgeschwindigkeit getrimmt. Jetzt betreut er Portugal – und entdeckt Parallelen. „Beide Teams wollen nach vorne, nie zurück.“ Das klingt nach einem Duell auf Augenhöhe, sollte Deutschland und Portugal in der K.o.-Phase treffen.

Die Botschaft ist klar: Ronaldo ist kein Relikt, sondern ein Gespräch, das nie endet. Und Nagelsmann kein Zufallsprodukt, sondern ein Trend, der nach Europa strahlt. Wer jetzt noch über das Wetter redet, ist selbst schuld.