Martín fordert márquez in ungarn heraus – mit selbstkritischem blick

Der amtierende MotoGP-Vizeweltmeister Jorge Martín reist mit Selbstvertrauen, aber auch mit einem klaren Auge auf seine Schwächen zum Großen Preis von Ungarn auf dem Balaton Park Circuit. Der Abstand zu Marco Bezzecchi an der Spitze der Weltmeisterschaft beträgt 17 Punkte – ein Defizit, das es schnell zu schließen gilt. Doch Martín hat bereits einen klaren Favoriten für das Wochenende ausgemacht: Marc Márquez.

Mugello als lernprozess: nicht gewinnen ist auch eine chance

Martín zeigt sich selbstkritisch bezüglich seines Rennens in Mugello. „Nicht zu gewinnen ist ein Teil unseres Sports. Es ist das, was dich verbessert und deine Grenzen weiter ausreizt“, erklärt er. Obwohl er sich über sein solides Wochenende freut, räumt er ein, dass das „Gefühl“ auf dem italienischen Kurs nicht optimal war. „Ich habe gut Motorrad gefahren, aber nicht mit den besten Gefühlen. Das ist auch wieder positiv.“ Entscheidend sei, aus jedem Wochenende das Beste mitzunehmen.

Die Konkurrenz schläft nicht: Bezzecchi hat ebenfalls einen Leistungsschub erlebt. „Es gibt immer Dinge, an denen man arbeiten kann. Marco hat sein Niveau deutlich gesteigert. Und das Rennen in Italien war für ihn sicherlich ein großer Motivationsschub.“ Martín betont jedoch, dass er sich gut fühlt und hofft, seine Form in Ungarn wiederzufinden.

Rhythmus finden und qualifying ernst nehmen

Rhythmus finden und qualifying ernst nehmen

Ein Schlüsselfaktor für Martins Erfolg wird sein Rennrhythmus sein. „Hier scheint es, als ob man nicht überholen kann, aber es ist ein sehr langes Rennen. Man hat Zeit, Positionen zu gewinnen“, so der Spanier. Er räumt ein, dass das Qualifying von entscheidender Bedeutung ist. „Letztes Jahr war der 16. Platz nicht optimal. Aber wenn man sich unter den ersten drei qualifiziert, ist man im Kampf um den Sieg dabei.“

Aprilia und die kurvenlage: ein balanceakt

Aprilia und die kurvenlage: ein balanceakt

Martín erkennt die Stärken und Schwächen seiner Maschine an. „Austin war ein Kurs mit vielen langsamen Kurven, und dort haben wir gut abgeschnitten. Hier ist es ähnlich. Die Richtungswechsel sind vielleicht nicht unser stärkster Punkt. Wir leiden etwas darunter, das Motorrad fühlt sich schwer an. Wir werden sehen, wir müssen daran arbeiten.“ Die Analyse der Probleme wird direkt auf der Strecke erfolgen, um schnellstmöglich Verbesserungen umzusetzen.

Ein fitter Martín: Der Spanier berichtet von deutlichen Fortschritten in seiner Fitness seit Mugello. „Ich fühle mich sehr gut. Ich glaube, ich befinde mich in einem der besten Phasen meiner Karriere, was die Kondition betrifft. Gestern habe ich in Andorra ein paar persönliche Bestzeiten beim Bergaufgehen aufgestellt. Das ist immer gut.“

Erfahrung zählt – aber versprechen sind gefährlich

Erfahrung zählt – aber versprechen sind gefährlich

Martín mahnt zur Vorsicht bei großen Versprechen. „Erfahrung ist wichtig. Ich kann niemandem Titel versprechen, das ist unmöglich. Man kann nie wissen, was passieren wird. Ich kann nur mein tägliches Engagement versprechen, um für Siege zu kämpfen und mich zu verbessern.“ Er gibt sein Bestes, um in jedem Rennen ein besserer Pilot zu werden, betont aber, dass der Rest ungewiss sei. „Wenn du anfängst, über die Meisterschaft nachzudenken, verlierst du an Leistung.“

Und schließlich die Einschätzung zu Marc Márquez: „Ich denke, es ist wichtig, dass alle Fahrer stark sind. Marc hat hier letztes Jahr den Unterschied gemacht, er war auf unglaubliche Weise dominant, und ich glaube, er wird auch dieses Wochenende der Mann sein, den es zu schlagen gilt.“