Marruecos trotzt der wm-favoritenrolle – kann ouahbi das wunder wiederholen?
Marokko tritt bei
der Weltmeisterschaft an, nicht als Underdog, sondern als ernstzunehmender Anwärter auf den Titel. Nach dem Kontroversen Gewinn der Afrikasmeisterschaft, der durch die Turbulenzen mit Senegal und der CAF zusätzlich an Brisanz gewann, wollen die Nordafrikaner diese neu gewonnene Selbstsicherheit nun auch auf die Weltbühne übertragen. Ein Team, das in den letzten Wettbewerben konstant überzeugt hat.Ein junger coach mit großer vision: mohamed ouahbi übernimmt
Der überraschende Wechsel an der Seitenlinie: Mohamed Ouahbi beerbt den legendären Walid Regragui, dessen Weg im vergangenen Jahr in Katar für Furore sorgte. Ouahbi kommt mit dem prestigeträchtigen Titel des Weltmeisters der U20-Junioren im Jahr 2025 ins Rennen, wo Marokko in Santiago de Chile mit einem 2:0-Sieg über Argentinien die Welt bezwang. Sein taktisches Konzept baut auf der Bewahrung der Stärken, die Marokko unter Regragui so erfolgreich machten: tiefstehendes Verteidigen, intensive Pressingphasen und blitzschnelle Umschaltbewegungen. Das bewährte 4-2-3-1-System bleibt sein bevorzugtes taktisches Muster, wobei ein zweikettiges Mittelfeld den Rücken der Abwehr sichert und die drei Offensivspieler maximale kreative Freiheit genießen.
Die Stärken liegen auf der Hand: Marokko war das einzige Team aus der CAF-Zone, das seine Qualifikationsgruppe mit acht Siegen aus acht Spielen dominierte. Die Mannschaft demonstrierte eine beeindruckende Balance zwischen defensiver Stabilität und offensiver Schlagkraft – 22 Tore erzielten sie, lediglich zwei Gegentreffer kassierten sie. Dabei stach insbesondere Ayoub El Kaabi hervor, der mit seiner Treffsicherheit die Qualifikationsrunde maßgeblich prägte.
Doch es gibt auch Schattenseiten. Der Trainerwechsel ist zweifellos ein Risikofaktor. Regragui schuf in Katar etwas Einzigartiges, und die Übergabe an Ouahbi, der international weniger Erfahrung vorweisen kann, ist eine Herausforderung. Vor allem gegen tiefstehende Gegner offenbarte Marokko Schwächen: Der Angriff wirkte dann oft berechenbar, und die Ballzirkulation in den Flügelbereichen stagnierte. Ein weiterer Knackpunkt ist die Anpassung an unterschiedliche Spielstile; die Dominanz in der Qualifikation muss nun gegen Top-Mannschaften aus aller Welt reproduziert werden.

Achraf hakimi: der schlüsselspieler
Achraf Hakimi (Paris Saint-Germain) ist zweifellos der Dreh- und Angelpunkt des marokkanischen Teams. In der Qualifikation bereitete er in sechs Partien aus dem defensiven Mittelfeld elf Torschüsse vor, darunter drei direkte Vorlagen. Mit bereits zehn WM-Spielen im Gepäck tritt der 25-Jährige mit großer Erfahrung und in einer Phase seiner Karriere an, in der er zu den besten Außenverteidigern der Welt zählt. Seine Dynamik und sein Spielwitz werden entscheidend sein, um die Abwehr der Gegner zu knacken.
Die Opta-Analyse zeigt: Hakimi ist nicht nur defensiv stabil, sondern auch eine konstante Gefahr im Angriff. Seine Fähigkeit, gefährliche Situationen zu kreieren und präzise Pässe zu spielen, macht ihn zu einem unberechenbaren Faktor für die gegnerischen Teams. Die Welt erwartet Spannung – Marokko ist bereit, Geschichte zu schreiben.