Márquez verlängert bei ducati: ein neustart nach den strapazen?

Assen – Marc Márquez hat in Assen nicht nur um den Sieg gekämpft, sondern auch die Zukunft geklärt: Eine Vertragsverlängerung bei Ducati für zwei weitere Saisons steht fest. Nach einem schwierigen Winter, geprägt von einer Verletzung in Indonesien, scheint der Spanier nun endlich wieder zu alter Stärke zu finden – und Ducati setzt weiterhin auf seine Erfahrung und sein Talent.

Die erleichterung nach der zerreißprobe

Die Entscheidung für die Verlängerung sei ihm ein Herzensanliegen gewesen, so Márquez. Der lange Winter und die damit verbundenen Zweifel nach der Verletzung hätten ihn schwer belastet. Ducati habe ihm jedoch den nötigen Zeitrahmen gewährt, um sich vollständig zu erholen. „Mental bin ich bereit“, betonte er, „ich möchte mit meiner Leidenschaft weitermachen und dass die Verletzungen mich respektieren.“ Die letzten Wochen hätten ihm gezeigt, dass er auf einem „akzeptablen“ Level zurückgekehrt ist, und nun blicke er voller Zuversicht auf die Saison 2026.

Ein blick nach vorne: genuss und wettbewerbsfähigkeit

Ein blick nach vorne: genuss und wettbewerbsfähigkeit

Für Márquez steht nun der Genuss im Vordergrund. „Das Wichtigste ist, in den letzten Jahren meiner Karriere zu genießen“, erklärte er. Die vergangenen Rückschläge durch Verletzungen und verpasste Chancen sollen ihn nicht mehr einholen. Ein erster Test mit einer 850cc Maschine gab ihm bereits einen Vorgeschmack auf zukünftige Entwicklungen, allerdings betonte er, dass hier noch viel Arbeit vor dem Team und den Herstellern liegt. „Der erste Eindruck war gut, aber es ist nur der Anfang.“

Assen: ein kampf gegen die eigenen grenzen

Assen: ein kampf gegen die eigenen grenzen

In Assen erwartet Márquez erneut ein schwieriges Rennen. „Wir werden immer leiden“, prognostizierte er, anspielend auf seine Vergangenheit. Obwohl er im Vorjahr trotz nicht optimaler Leistung gewinnen konnte, rechnet er dieses Jahr mit noch größeren Herausforderungen. Die Lehren aus Brünn, wo er gelernt hat, „Tag für Tag“ zu gehen, werden ihm dabei helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. „Ohne Grenzen und ohne Ziele.“

Acosta als teamkollege: respekt und erwartungen

Die Ankunft von Pedro Acosta als sein neuer Teamkollege wird von Márquez mit Respekt betrachtet. „Er war einer der besten Fahrer auf dem Markt, eine der besten Entscheidungen für jedes Team“, lobte er. Acosta bringe Talent und Jugend mit, und er werde zweifellos schnell sein. „Aus Respekt vor Pecco möchte ich nicht zu viel darüber sagen.“

Die entscheidung für ducati: ein gefühl von vertrauen

Márquez betonte, dass er in seiner Karriere immer dann bleibt, wenn er sich wohlfühlt, Respekt erfährt und Erfolge feiert. „Deshalb höre ich keine Angebote.“ Die Gespräche mit Ducati begannen, wurden jedoch durch seine Verletzung unterbrochen. Als er dann die Möglichkeit sah, wieder auf ein akzeptables Leistungsniveau zurückzukehren, traf er seine Entscheidung. „Ich hatte Angst, weil man bei jeder Operation einen Prozentsatz verliert und nie genau weiß, wie viel.“

Leidenschaft und das streben nach perfektion

„Ich möchte meine Leidenschaft genießen“, erklärte Márquez. Ob dieser Vertrag sein letzter sein wird, sei noch ungewiss. Er wünscht sich, wettbewerbsfähig zu sein und „alles zu geben“. Die Frage, wie er gegen einen jungen, wiedererstarkten Márquez bestehen soll, wird er jedoch erst im Winter beantworten.

Die Möglichkeit eines Einjahresvertrags kam zwar auf den Tisch, wurde aber zugunsten eines langfristigen Projekts abgelehnt. Auch der Wechsel von Pecco Bagnaia zu Aprilia beschäftigt den Spanier nicht im Moment. „Wir werden im Winter darüber sprechen.“

Obwohl Márquez sich in der Meisterschaft weit zurück befindet – 40 Punkte hinter den Führenden –, glaubt er dennoch an den Titel. „Wie in Brünn sagte ich: Ich weiß nicht, wie ich hier bin. Es ist ein Geschenk, das ich nicht weiß, woher es kam.“ In Assen, einem „Kreislauf aus Rechtskurven“, wo er dieses Jahr besonders in Richtungswechseln leidet, könnte ihm eine ruhigere Fahrweise sogar zum Vorteil gereichen.

Der Spanier hat bewiesen, dass er trotz aller Rückschläge nicht aufgibt. Und mit Ducati an seiner Seite scheint der nächste Titel nicht unerreichbar.