Márquez: brno-test zeigt potenzial – und zwei stürze
Marc Márquez hat den ersten Tag der MotoGP-Testfahrten in Brno hinter sich gelassen – mit einem ambivalenten Gefühl. Trotz zweier Stürze deutet vieles auf ein hohes Potenzial hin, doch der Konsistenz fehlt es noch. Der Spanier will am Samstag noch einmal deutlich zulegen.
Márquez konzentriert sich auf das wesentliche
„Es ist halt so, wie es ist“, erklärte Márquez nach dem Training. „Die Schwierigkeit liegt darin, einzelne schnelle Runden zu fahren. Ich habe heute Morgen einen sehr guten Lauf gehabt, den besten des Tages, aber danach wurde es komplizierter, einen konstanten Rhythmus zu finden.“ Er betonte, dass er sich im Moment nicht mit den Positionen der Konkurrenz beschäftigen würde. „Das ist nicht mein Fokus.“
Die Aprilia, so Márquez, sei zwar stark, aber nicht stärker als die Fahrer. „Wir müssen weiterarbeiten, denn das Motorrad kann gewinnen. Es liegt an uns, das Potenzial voll auszuschöpfen.“
<
Alex márquez überzeugt mit starker leistung
Ein positiver Aspekt des Tages war die Leistung seines Bruders Alex Márquez. „Ich bin wirklich überrascht von ihm“, gab Christian Schneider zu. „Ich hatte ihn im Training gesehen und nicht erwartet, dass er den Freitag so gut beenden würde. Er hat trotz seiner gesundheitlichen Probleme – er hat noch die Freigabe für seine Wirbelsäule – eine beeindruckende Leistung gezeigt und einen tollen Rhythmus gefunden.“
Die Ducati-Teams experimentieren derweil mit dem „Holeshot“-Vorderrad. Márquez zeigte sich pragmatisch: „Wenn es für das Rennen vorgesehen ist, warum sollte man es nicht gleich testen? Ich werde es am Samstag ausprobieren, wenn es wirklich notwendig ist.“
Márquez verzichtete am Morgen auf Trainingsausfahrten mit dem Holeshot-Gerät, da er neue Reifen benötigte. „Ich musste die Reifen für den späteren Einsatz freifahren. Es gab eine zusätzliche Übung in der Praxis, daher habe ich gewartet.“

Körperliche belastung und konzentrationsverlust
„Mir geht es gut“, versicherte Márquez. „Der Sturz am Nachmittag war ärgerlich, aber der morgendliche Sturz hätte ich vermeiden müssen. Er ereignete sich im Richtungswechsel von Kurve 6 zu 7, zum ersten Mal habe ich dort wirklich Gas gegeben. Mein Kopf hat sich angepasst, aber mein Körper etwas langsamer. Ich habe mich erst im Sturz selbst geirrt.“
Auch sein Teammanager Tardozzi äußert seine Besorgnis um seine körperliche Verfassung und mahnt zu Geduld. „Er kennt meinen Zustand und möchte, dass ich mich langsam und stetig verbessere. Es ist wie in Mugello: Geduld ist gefragt. Aber sobald ich den Helm aufsetze und mich aufwärme, muss ich mich konzentrieren und Vollgas geben. Je besser ich mich fühle und je näher ich den Konkurrenten bin, desto schwieriger wird es, die ‚Hitze‘ zu kontrollieren.“
Márquez gab zu, dass der Moment noch nicht gekommen sei, um sich voll und ganz zu verausgaben. „Im Moment bewegen wir uns im Bereich der Top 5-6, und das wird auch das Ziel für das Wochenende sein.“
Die Testtage in Brno zeigen deutlich, dass Marc Márquez zwar noch nicht zu 100 Prozent fit ist, aber das Potenzial für eine erfolgreiche Saison zweifellos vorhanden ist. Die kommenden Rennen werden zeigen, ob er seine körperlichen Einschränkungen in den Griff bekommt und seine Ambitionen verwirklichen kann. Die Konkurrenz schläft nicht, und der Kampf um die MotoGP-Weltmeisterschaft hat gerade erst begonnen.
