Marko kassiert nach melbourne: mercedes dominiert wie nie
Helmut Marko sprach es aus, was in der Fahrerlager-Pause jeder murmelte: Mercedes ist zurück – und wie. Nach dem Doppelsieg von George Russell und Kimi Antonelli in Melbourne sieht der Red-Bull-Motorsportberater eine „nachhaltige Dominanz“ der Silberpfeile aufziehen.
Das Auto „lag wie auf Schienen, rutschte nicht“, sagt der 82-Jährige im RTL/ntv-Interview. Ein Satz, der bei den Ingenieuren in Brackley golden eingefasst wird und in Milton Keynes kalte Schweißperlen auslöst. An Mercedes heranzukommen, werde „schwierig“, so Marko – eine Einschätzung, die angesichts der 34 Sekunden Vorsprung im Ziel eher noch untertrieben wirkt.

Neue hybrid-ära: überholmanöver nur mit batterieglück
Das umstrittene 2026er-Reglement, das fast 50 Prozent der Antriebsleistung aus dem E-Motor bezieht, verteidigt Marko trotzdem: „Es wird sicher besser werden.“ Doch er nimmt sich selbst die Pointe: Was in Melbourne als Überholen durchging, sei lediglich ein „Vorbeifahren“ gewesen, ausgelöst durch den Batteriezustand des Vordermanns. Ein Prozess, der mehr Glücksspiel als Fahrkunst ist.
Die Konsequenz: Wer in der Startaufstellung nicht vorn steht, braucht neben Tempo vor allem eine grüne Energieleiste. Die Fangemeinde befürchtet längst Strategie-Monotonie statt Wheel-to-Wheel-Kampf.
Red Bull muss reagieren. Die RB20-Weiterentwicklung läuft auf Hochtouren, doch die Aerodynamik-Abteilung hat laut Insidern die Nächte durchgemacht, weil die downforce-ARM-Plattform mit dem neuen MGU-H-Layout hadert. Ein neuer Frontflügel soll in Suzuka Premiere feiern, doch Markos Kommentar klingt, als wäre der Weltmeistertitel schon nach einem Rennen auf Bewährung gesetzt.
Mercedes wiederum feiert intern die Ruhe vor dem Sturm. Teamchef Toto Wolff postierte nach dem Rennen ein Foto, das die beiden Sieger neben dem trophäenverliebten Strategen zeigt – unterschrieben mit einem einzigen Wort: „Schachmatt.“
Die Saison ist eine Woche alt, aber die Machtverhältnisse scheinen längst neu verteilt. Und wer jetzt glaubt, das sei nur ein Ausrutscher, sollte Markos Jahresvorsatz nicht vergessen: „Ich lüge nie – ich bin bloß manchmal zu früh ehrlich.“
