Maria ohne wildcard: queen's ohne ihre königin?

Schwer vorstellbar, aber wahr: Tatjana Maria, die Sensationssiegerin des vergangenen Jahres, muss sich erneut über die Qualifikation für das prestigeträchtige Rasenturnier im Londoner Queen’s Club kämpfen. Ein Dämpfer für die 38-Jährige, der mehr als nur sportliche Konsequenzen hat.

Ein jahr nach dem triumph: die briten verweigern die einladung

Ein jahr nach dem triumph: die briten verweigern die einladung

Vor einem Jahr sorgte Maria für eine Sensation, als sie als ungesetzte Spielerin das Turnier gewann und dabei eine Reihe von Top-Spielerinnen, darunter Leylah Fernandez, Karolína Muchová und Elena Rybakina, ausschaltete. Ein Lauf, der um die Welt ging – nicht zuletzt, weil Maria ihn als zweifache Mutter feierte. Nun hatte sie gehofft, als Titelverteidigerin eine Wildcard zu erhalten, doch die Turnierleitung unter der Leitung von Laura Robson sieht das anders. Die Entscheidung, ihr die Wildcard zu verweigern, hat für Aufregung gesorgt.

“Es ist traurig”, klagt Maria gegenüber BILD. “Nach all der Werbung, die die WTA für das Frauentennis gemacht hat, und ich bin ‚Die Queen von Queen’s‘. Das passt nicht so richtig.” Ein Argument, das Gewicht hat, wenn man bedenkt, dass frühere Sieger in anderen Turnieren in der Regel mit einer Wildcard bedacht wurden. Feliciano López erhielt sie nach seinem Queen’s-Sieg, und Serena Williams wurde kürzlich eine Wildcard für das Doppelturnier zugesprochen.

Die Turnierdirektorin begründete die Entscheidung damit, dass die Wildcards an britische Spielerinnen oder Top-10-Profis vergeben werden sollen, die sich möglicherweise noch für eine Teilnahme entscheiden. Ihr Ehemann und Trainer, Charles-Edouard Maria, äußerte sich besorgt: “Ich verstehe, dass die Priorität auf den englischen Mädchen liegt, aber wenn etwas wie letztes Jahr passiert, willst du deinen Titelverteidiger am Start haben. Es ist so schade!”

Die sportlichen Folgen sind gravierend: Sollte Maria in Birmingham das Viertelfinale erreichen, kann sie die Qualifikation für Queen’s nicht mehr bestreiten. Das würde ihr den Verlust von 500 Weltranglistenpunkten bedeuten und eine gefährliche Annäherung an die 100er-Marke zur Folge haben. Ein Abstieg, der ihr die Teilnahme an Grand-Slam-Turnieren erheblich erschweren würde, da sie dann wieder über die Qualifikation antreten müsste.

Maria hatte bereits bei den French Open in der ersten Runde überraschend gefehlt. Nun droht eine weitere Enttäuschung, die den Ruf des britischen Tennissports nachhaltig trüben könnte. Die Verweigerung der Wildcard wirkt wie ein Schlag ins Gesicht für eine Spielerin, die nicht nur sportlich überzeugt, sondern auch als Vorbild für viele junge Mütter gilt. Ein Verhalten, das kaum mit dem britischen Ideal der Fairness vereinbar ist.

Die Frage, die bleibt: Wird Maria ihre Chance nutzen und sich erneut über die Qualifikation kämpfen? Oder wird ihre Geschichte im Queen’s Club mit einem bitteren Nachgeschmack enden – als Königin ohne Königreich?