Mara venier eröffnet domenica in mit gedenken an gino paoli
Am Sonntag, 29. März, wird es in Italiens bekanntester Sonntagsshow still. Mara Venier eröffnet die 28. Ausgabe von Domenica In mit einem Gedenken an Gino Paoli, der am 24. März mit 91 Jahren gestorben ist. Die Sendung beginnt um 14:00 Uhr in den Fabrizio-Frizzi-Studios in Rom – und startet mit einem Moment der Stille statt mit Musik.

Ein abschied, der das programm verändert
Normalerweise steht Domenica In für Prominenz, Gespräche und leichte Unterhaltung. Doch diesmal liegt der Fokus auf einem Mann, der italienische Musikgeschichte geschrieben hat. Gino Paoli, der mit Klassikern wie Sapore di sale und Il cielo in una stanza Generationen prägte, wird mit einem filmischen Rückblick gewürdigt – begleitet von Live-Statements von Weggefährten.
Die Moderatorin Venier, die Paoli seit Jahrzehnten persönlich kannte, wird das Intro persönlich halten. Neben ihr: das feste Team aus Tommaso Cerno, Teo Mammucari und Stilberater Enzo Miccio. Sie alle tragen Schwarz. Die Show wird kürzer, das Studio leiser. Auch die Gäste wurden gebeten, auf überschwängliche Auftritte zu verzichten.
Ein besonderes Detail: Zwischen den Gedenksegmenten wird ein älteres Video gezeigt, in dem Paoli sich über Amadeus wundert – mit dem legendären Satz: „Aber der war doch DJ!“ Das Publikum lacht trotz Trauer. Ein Moment der Erleichterung, eingebettet in Melancholie.
Die Entscheidung, das komplette Programm umzustruktieren, fiel erst am Freitagabend. Produktionsleiter wollten ursprünglich nur eine kurze Hommage einbauen. Venier bestand auf einem kompletten thematischen Auftakt. Die RAI stimmte zu – und setzt damit ein Zeichen. In einer Zeit, in der Talkshows oft nur noch laut sind, setzt ein stiller Abschied Maßstäbe.
Die Einschaltquoten werden steigen. Nicht wegen eines Skandals, sondern wegen eines Mannes, der mit sanften Tönen große Gefühle erzeugte. Gino Paoli ist tot. Seine Musik bleibt – und am Sonntag wird sie ganz Italien leise mitschallen lassen.
