Mandy islacker hängt endgültig die fußballschuhe an den nagel – schwangerschaft beendet comeback
Die Torjägerin, die einst den Frauen-Bundesliga-Torreigen bestimmte, hat ihre letzte Fahrt gestoppt. Mandy Islacker, 37, erwartet ihr erstes Kind – und damit ist Schluss mit dem ewigen Comeback.
Es war ein halbes Jahr voller Tore, Jubel und Derby-Siegen. 32-mal traf Islacker in 14 Spielen für Schalke 04 in der Westfalenliga. Dann kam die Pause. Nicht wegen eines Muskelfaserrisses, sondern wegen eines Herzschlags in ihrem Bauch.

Von der nationalelf zum bürojob: islacker bleibt den königsblauen erhalten
Die gebürtige Essenerin war nicht irgendwer. 282 Bundesliga-Spiele, 146 Tore, zwei Torjägerkanonen. Olympiasiegerin 2016. Ihre Treffer waren keine Statistik, sie waren Statements. In der 87. Minute gegen Frankfurt. In der 93. gegen Potsdam. Immer dann, wenn der Ball am drückendsten wurde.
Nach dem offiziellen Karriereende 2020 beim 1. FC Köln glaubte sie, sich zurückziehen zu können. Doch der Rasen rief wieder. Erst Stuttgart, dann Schalke. Die Amateurliga war kein Abstieg, sondern eine Rückkehr zur Wurzel. Dort, wo Fußball noch nach Schweiß und nicht nach Sponsorenverträgen riecht.
Boris Liebing, verantwortlich für den Frauenfußball bei S04, schwärmt noch heute von ihrer „herausragenden Präsenz“. Gemeint ist nicht nur der Drehsturm im Strafraum. Gemeint ist die Art, wie sie Nachwuchsspielerinnen anschaute, wenn sie ihnen erklärte, warum man Laufwege nicht läuft, sondern lebt.
Islacker bleibt. Nicht als Spielerin, aber als Analytikerin, Organisatorin, Mentorin. Ihre neue Aufgabe im administrativen Bereich beginnt nach der Babypause – und endet vermutlich nie. Denn Fußball ist ein Virus, und Islacker ist noch lange nicht geheilt.
Die Zahlen stehen im Archiv. Die Tore sind auf Video. Aber die Geschichten, die sie zwischen den Linien erlebte, die erzählt sie nun weiter – mit demselben Blick, der einst Tore erkannte, bevor sie entstanden.
