Mallorca: warum darder und torre sich weigern, zusammenzuspielen!
Die Fans des FC Mallorca stellen sich seit Saisonbeginn dieselbe Frage: Warum harmonieren Sergi Darder und Pablo Torre einfach nicht? Die Hoffnung, ein dynamisches Duo im Zentrum zu erleben, war groß, doch die Realität sieht anders aus. Ein Blick zurück zeigt, wie eine vielversprechende Idee scheitern konnte – und was nun passieren muss.
Ein vielversprechender start, ein jähes ende
Als Pablo Torre im Sommer vom FC Barcelona an die Insel wechselte, träumten die Anhänger des FC Mallorca von einer neuen Ära im Mittelfeld. Seine Leistungen in Barcelona hatten Eindruck hinterlassen, und die Vorstellung, ihn zusammen mit Sergi Darder zu sehen, war schlichtweg verlockend. Beide verfügen über außergewöhnliche Fähigkeiten und ergänzten sich auf dem Papier perfekt. Samú Costa oder Mascarell sollten ihnen den Rücken freihalten, oder sie bildeten sogar ein starkes Quartett im Zentrum. Trainer Demichelis versuchte es in einem Spiel gegen Real Madrid, wobei Mascarell überraschend in der Innenverteidigung agierte und Morlanes das Mittelfeld verstärkte. Das Ergebnis war überwältigend: Der FC Mallorca bezwang den Titelverteidiger und zeigte zudem, dass er die Kontrolle über das Spiel übernehmen konnte, mit Darder als Dreh- und Angelpunkt und Torre, der sich geschickt hinter Muriqi und Luvumbo bewegte.
Doch die anfängliche Euphorie verflog schnell. Trainer Jagoba Arrasate setzte auf die beiden in den ersten vier Ligaspielen ein, doch der FC Mallorca konnte lediglich einen Punkt holen. Obwohl zwei der drei Niederlagen gegen den FC Barcelona im eigenen Stadion und gegen Real Madrid im Bernabéu stattfanden, wiederholte Arrasate das Experiment nur noch einmal in der achten Spieltag. Das Spiel gegen Athletic Bilbao endete zwar mit einer knappen Niederlage (2:1), doch es war schwer zu beurteilen, ob das Duo langfristig funktionieren könnte.
Arrasate schien zu dem Schluss zu kommen, dass zwei kreative Spieler im Mittelfeld zu instabil seien, und opferte Torre dafür, um Darder als Spielmacher zu positionieren – eine Rolle, die zuvor oft von Spielern aus dem eigenen Nachwuchs bekleidet wurde. In anderen Fällen wurde Darder auf die linke Seite beordert, in einer Formation mit zwei Reihen aus vier Spielern. Eine Position, die ihm in den letzten Saisons sichtlich nicht lag. Der Aufstieg von Virgili auf der linken Seite zwang den sogenannten „Mago de Artà“ zurück in die Mitte, wo er sich aber ebenfalls unwohl fühlte. Torre schien in den Hintergrund zu treten, und viele seiner Einsätze waren eher nebensächlich.

Demichelis bringt frischen wind
Mit der Ankunft von Martín Demichelis kam frischer Wind auf. Seine erste große Entscheidung: ein Tausch von Personalien. Darder gegen Torre. Der unumstrittene Leistungsträger gegen das große Talent. Demichelis erkannte schnell, dass Torre in einer Position spielte, in der der ehemalige Barça-Spieler brillieren konnte. Und so sah man ihn gegen Osasuna, Espanyol und Elche in neuem Glanz. In diesen drei Spielen erzielte er zudem zwei Tore. Vor dem Spiel gegen Arbeloa gab Darder in einem Interview zu, dass er sich nicht in Topform befand: „Ich freue mich, dass die Leute nicht zufrieden sind, auch wenn es widersprüchlich ist. Ich verstehe, dass die Leute mit meiner Leistung nicht zufrieden sind, weil ich selbst auch nicht zufrieden bin. Ich gestehe ein, dass ich nicht das gebe, was von mir erwartet wird.“
Er klagte zudem über die Erwartungen, die an ihn gestellt wurden: „Ich glaube, dass die Erwartungen, die an mich gestellt werden, sehr unterschiedlich sind zu dem, was ich bin. Man spricht von Toren und Vorlagen, obwohl man mir das noch nie gesagt hat. Ich war Mittelfeldspieler und Spielmacher, ich habe den offensiven Mittelfeldspieler und Stürmer gut gemacht. Hier muss ich ein anderes Profil spielen, und ich bin nicht daran gewöhnt. Ich sage nicht, dass ich es nicht gut hinbekommen kann, aber ich glaube nicht, dass es der richtige Ort ist, um 100 % zu geben.“ Sowohl Aguirre als auch Arrasate hatten Darder in der Nähe des Tores oder auf der linken Seite positioniert, wobei sie übersehen, dass er beim Espanyol seine beste Form als organisatorischer Dreh- und Angelpunkt in einer Dreierreihe im Mittelfeld gezeigt hatte.

Ein hoffnungsschimmer am horizont
Die überraschende Entscheidung von Demichelis, Darder als alleinigen Sechser zu positionieren, während Morlanes und Samú Costa als Innenverteidiger agierten und Torre als Spielmacher fungierte, erwies sich als genialer Schachzug. Es war das erste Mal seit 21 Spieltagen, dass die beiden technisch stärksten Spieler des FC Mallorca gleichzeitig in der Startelf standen. Die einzige Niederlage unter Demichelis kam in Elche, wo er auf ein 4-2-3-1-System umstellte, in dem Darder keine ideale Position bekleidete.
Die Zahlen sprechen für sich: In den fünf Spielen, in denen Arrasate beide zusammen aufstellte, konnte der FC Mallorca lediglich einen Punkt holen. Im Gegensatz dazu feierte der FC Mallorca unter Demichelis seinen ersten Sieg gegen Real Madrid, nachdem Darder und Torre wieder gemeinsam auf dem Platz standen. Es scheint, als ob gute Spieler dazu bestimmt sind, sich zu verstehen – aber zuerst muss eine Führungspersönlichkeit entstehen, die weiß, wie man die Puzzleteile zusammenfügt.
