Mallorca: warum darder und torre einfach nicht harmonieren – und was demichelis jetzt anders macht

Die Frage beschäftigt die Fans des FC Mallorca seit Saisonbeginn: Warum schaffen es Sergi Darder und Pablo Torre einfach nicht, im Mittelfeld zusammenzuspielen? Als Pablo Torre im Sommer vom FC Barcelona an die Insel kam, träumte man von einer dynamischen Achse, die das Spiel der Mallorquiner lenken sollte. Doch die Realität sieht anders aus.

Ein vielversprechendes duo auf dem papier

Die Idee war zumindest logisch. Beide Spieler verfügen über herausragende Qualitäten und ergänzten sich in der Theorie perfekt. Darder als spielstarker Abräumer und Torre als kreativer Knotenpunkt hinter der Spitze – unterstützt von Samú Costa oder Mascarell in defensiver Absicherung. Ein System aus vier Mittelfeldspielern, das Trainer demichelis im Spiel gegen Real Madrid sogar testete, wenn auch mit Mascarell als überraschendem Innenverteidiger. Das Ergebnis: Ein überraschend verdienter Sieg und die Erkenntnis, dass das Duo durchaus Potenzial haben könnte.

Doch unter dem damaligen Trainer Jagoba Arrasate kam es nur selten zu dieser Konstellation. In den ersten vier Ligaspielen, in denen Darder und Torre gemeinsam auf dem Platz standen, konnte Mallorca lediglich einen Punkt holen. Auch wenn zwei dieser Partien gegen den FC Barcelona im eigenen Stadion und gegen Real Madrid im Bernabéu verloren gingen, entschied sich Arrasate, das Experiment nicht zu wiederholen. Vielleicht sah er in der Kombination zweier offensiv ausgerichteter Spieler eine Schwäche in der Defensivarbeit und opferte dafür Torre, der zu diesem Zeitpunkt eine bessere Form als Darder zeigte.

Darders Selbstkritik: „Ich bin nicht bei 100 Prozent“

Torre wurde in den Hintergrund gedrängt, während Darder zunächst als Spielmacher agierte, bevor er dann sogar auf die Flügel vorrücken musste – eine Position, in der er in den letzten Jahren kaum noch zum Einsatz kam. Nach seiner Rückkehr in die Mitte war er sichtlich unglücklich. „Ich freue mich, dass die Leute nicht zufrieden sind, auch wenn das widersprüchlich ist“, gestand Darder in einem Interview. „Ich verstehe, dass sie mit meiner Leistung nicht zufrieden sind, weil ich selbst auch nicht zufrieden bin. Ich erkenne an, dass ich nicht bei 100 Prozent bin.“ Er fühlte sich zudem durch die Erwartungen, nun vermehrt Tore und Vorlagen zu liefern, aus der Bahn geworfen. „Ich war immer ein Mittelfeldspieler und Spielgestalter. Ich habe den Spielmacher und den Stürmer gut gespielt. Hier wurde ich in eine andere Rolle gedrängt, und ich bin nicht daran gewöhnt.“

Demichelis findet den schlüssel

Demichelis findet den schlüssel

Mit der Ankunft von Martín demichelis am Insel scheint sich nun ein Umdenken vollzogen zu haben. Sein erster großer Schachzug: der Tausch von Darder gegen Torre in der Startelf. demichelis erkannte, dass Torre in der Position des „Zehners“ seine Stärken ausspielen konnte. Und er hatte Recht. Gegen Osasuna, Espanyol und Elche zeigte Torre deutliche Fortschritte und erzielte sogar zwei Treffer.

Darders Worte vor dem Spiel gegen Elche sprachen Bände: „Ich bin nicht bei 100 Prozent.“ Doch demichelis gab ihm eine neue Chance als alleinigen Sechser vor Morlanes und Samú Costa – und Darder nutzte sie. Er zeigte sein bestes Spiel der Saison, dominierte das Mittelfeld und übernahm die Rolle des Spielgestalters. Die Kombination aus Darder als Anker und Torre als Spielmacher im offensiven Raum funktionierte reibungslos, erinnerte an das erfolgreiche Spielsystem gegen Osasuna in El Sadar.

Die einzige Niederlage unter Demichelis ereignete sich in Elche, wo er das System auf ein 4-2-3-1 umstellte, einer Formation, in der Darder keine optimale Rolle spielt. Nach 21 Spieltagen sind Darder und Torre endlich wieder gemeinsam in der Startelf zu finden. Und das Ergebnis: bisher ein Sieg gegen den Erzrivalen Real Madrid. Die Zeichen stehen gut, dass Demichelis das Potenzial des Duos erkennt und weiter fördert. Es scheint, als ob ein starker Trainer die richtigen Spieler an den richtigen Positionen platzieren kann, um das Beste aus ihnen herauszuholen. Ob sich diese Konstellation als das neue Gesicht des FC Mallorca erweisen wird, bleibt abzuwarten. Aber der erste Test war jedenfalls bestanden.