Malagò übernimmt: neuanfang für den italienischen fußball?
Rom – Giovanni Malagò ist neuer Präsident des italienischen Fußballverbands (FIGC). Der 66-Jährige setzte sich in einer entscheidenden Wahl gegen Giancarlo Abete durch und steht vor der Mammutaufgabe, den angeschlagenen italienischen Fußball wieder auf Kurs zu bringen. Nach dem verpassten WM-Traum und dem Rücktritt von Gabriele Gravina steht der Azzurra vor einem Neuanfang – und Malagò soll der Architekt davon werden.
Ein erdrutschsieg und ein klares bekenntnis
Mit beeindruckenden 343.048 Stimmen, das entspricht 68,58 Prozent, sicherte sich Malagò den Sieg. Abete kam auf 145.976 Stimmen (29,17 Prozent). Die knappe Differenz spiegelt die Dringlichkeit der Situation wider und den Wunsch vieler nach frischen Wind an der Spitze des italienischen Fußballs. Malagòs Wahlprogramm, betitelt als „Vereint für die Zukunft des italienischen Fußballs“, legt den Fokus auf Modernisierung und finanzielle Stabilität – zwei Bereiche, in denen der italienische Fußball dringend Nachholbedarf hat.
Die Prioritäten sind klar: Die Sanierung der maroden Stadioninfrastruktur, die Optimierung der Einnahmen aus den Fernsehrechten und die Digitalisierung der Verbandsstrukturen stehen ganz oben auf der Agenda. Doch Malagò will mehr als nur die Basis säubern. Er setzt auf die Förderung junger Talente und deren Integration in die Nationalmannschaft, um langfristig wieder konkurrenzfähig zu sein.

Die suche nach einem neuen azzurro-trainer
Ein unmittelbares Problem ist die Suche nach einem Nachfolger für den entlassenen Nationaltrainer. Die Medien spekulieren bereits heiß über mögliche Kandidaten. Roberto Mancini, der das Team bereits zuvor trainierte, gilt als der aussichtsreichste Anwärter. Ob er die Aufgabe übernimmt, bleibt jedoch abzuwarten.
Die Wahl von Malagò markiert einen Wendepunkt für den 'calcio'. Das System, das Delegierte aus verschiedenen Bereichen des Fußballs – von der Serie A bis zum Amateurfußball – repräsentiert, erfordert stets Kompromisse und politische Geschicklichkeit. Doch Malagò scheint die nötige Erfahrung zu besitzen, um die notwendigen Reformen durchzusetzen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die italienische Liga mit Problemen wie mangelnder Wettbewerbsfähigkeit und einer ineffizienten Talentförderung zu kämpfen hat. Malagò muss beweisen, dass er die Kraft hat, diese strukturellen Schwächen zu beseitigen.
Die Entscheidung für Malagò ist mehr als nur eine Personalie. Sie ist ein Signal an die gesamte Fußballgemeinschaft, dass ein Umdenken notwendig ist. Die Fans sehnen sich nach einer Nationalmannschaft, die wieder stolz ist und auf internationaler Bühne mithalten kann. Malagò hat sich dieser Herausforderung gestellt. Ob er sie meistern wird, wird die Zukunft zeigen. Die ersten Schritte sind getan – jetzt gilt es, das Versprechen eines neuen, starken italienischen Fußballs einzulösen.

Der weg zur wm 2026: ein marathon, kein sprint
Die Qualifikation für die WM 2026 ist das erste große Ziel. Mit einer neuen Strategie, jungen Spielern und einem erfahrenen Trainerteam sollen die Azzurri zurück auf die Weltbühne. Doch der Weg dorthin ist lang und steinig. Malagò weiß das und hat sich für einen Marathon statt eines Sprints entschieden – ein Ansatz, der dem italienischen Fußball nun gut tun könnte.
n