Mainz verspielt führung weg – kohr: „einfach bitter“

Mainz 05 hat eine Führung, die schon nach dem ersten Durchgang nach einer klassischen Klitschko-Vorstellung aussah, in einem denkwürdigen Zusammenbruch gegen den FC Bayern München verspielt. Nach einer dominanten ersten Halbzeit, in der die Mainzer durch Treffer von Kohr, Nebel und Becker eine komfortable 3:0-Führung herausgeschossen hatten, kassierten sie im zweiten Durchgang vier Gegentreffer und verließen das Feld mit hängenden Köpfen. Ein herber Schlag im Kampf um den Klassenerhalt.

Der traum vom sicheren klassenerhalt zerplatzt

Noch vor 45 Minuten schien die Partie für Mainz wie im Flug über die Bühne zu laufen. Die Bayern wirkten überrascht und von der Mainzer Energie überfordert. Doch diese Initialzündung verpuffte im zweiten Durchgang spektakulär. Vincent Kompany reagierte mit der Einwechslung von Kane und Olise, und das Spiel wendete sich innerhalb weniger Minuten. Jackson, Olise, Musiala und schließlich Kane vollendeten die Wende für die Bayern.

„Keiner wollte mehr so richtig den Ball. Dann lässt du Bayern München einfach einen Angriff nach dem anderen fahren. Wir hatten auch einfach nicht mehr den Mut, für Entlastung zu sorgen“, erklärte ein frustrierter Dominik Kohr nach dem Spiel. Die Worte des Mittelfeldspielers treffen den Nagel auf den Kopf: Die Mainzer gaben die Kontrolle ab und ließen die Bayern ungehindert aufspielen.

Selbstkritik statt ausreden

Selbstkritik statt ausreden

Trainer Urs Fischer vermied Ausreden und betonte die Verantwortung seiner Mannschaft. „Das hat überhaupt nichts mit den Einwechslungen der Bayern zu tun, sondern mit unserer Leistung“, sagte er. „Wir waren in der ersten Hälfte mutig, hatten Ballbesitz und konnten uns auch aus Drucksituationen befreien. In der zweiten Halbzeit war nichts mehr davon zu sehen.“

Die Tabelle ist nun ernüchternd für Mainz. Der Klassenerhalt ist nicht mehr so sicher, wie es noch vor wenigen Stunden der Fall war. Das kommende Duell gegen St. Pauli wird daher zur Endspielpartie im Abstiegskampf.

Die Mainzer müssen sich fragen, wie sie die Selbstgefälligkeit des ersten Durchgangs in den Wind geschlagen haben und wie sie den Bayern in der zweiten Halbzeit den Raum und die Zeit gegeben haben, um die Partie zu drehen. Ein bitteres Kapitel für Mainz 05, das die Frage aufwirft, ob die Mannschaft die nötige mentale Stärke besitzt, um den Kampf um den Klassenerhalt zu bestreiten.