Mainz 05 schockt olmütz und tanzt erstmals ins viertelfinale
Ein Kopfball, ein Aufschrei, ein Jubelwall: Stefan Posch köpfte Mainz 05 binnen 46 Sekunden nach der Pause in die europäische Geschichtsbücher und spültte mit seinem 1:0 gegen Sigma Olmütz das längst überfällige Viertelfinal-Ticket in den Bruchweg. Armindo Sieb legte in der 82. Minute nach – 2:0, 0:0 im Hinspiel, und plötzlich steht der 1. FSV Mainz 05 im Rücken der letzten Acht der Conference League.
Poschs kopfball löst kettenreaktion aus
Die erste Hälfte war ein einziges Geduldsspiel. Olmütz verbarrikadierte sich tief, Mainz schob sich die Pässe quer, doch zwischen all den Trikots fehlte der Riss. Erst als Paul Nebel nach Wiederanpfiff eine flache Hereingabe von der rechten Seite schlug, riss Posch den Bann – und mit ihm die tschechische Kettenreaktion. Der Österreicher stieg hoch, drückte die Kugel ins lange Eck, und die MWS-Arena explodierte. Von da an war Olmütz gezwungen, die eigene Hälfte zu verlassen – genau das, was Bo Henriksens Plan vorsah.
Die Gäste wankten, doch Mainz blieb kalt. Im Strafraum servierte Danny da Costa den einzweiten Joker: Sieb nahm einen Querpass volley, versenkte ihn ins gleiche Eck wie zuvor Posch. Die Entscheidung, das Ausscheiden, das erste Viertelfinale der Klubgeschichte – alles in einem einzigen Schlag.

Racing straßburg wartet – und ein rekord für grifo
Nächster Halt: Racing Straßburg. Die Franzosen haben die Liga-Phase dominiert und Rijeka ausgeschaltet. Hinspiel am 9. April im Bruchweg, Rückspiel eine Woche später im Elsass. Wer jetzt denkt, Mainz wäre nur Fahrstuhlmannschaft, unterschätzt die Zahlen: Seit der Winterpause kassierte die Abwehr nur noch elf Gegentore – beste Quote der Rückrunde. Posch, Hanche-Olsen, da Costa – sie alle haben sich in eine Einheit verwandelt, die sogar den flinken Sturm von Olmütz neutralisierte.
Und während die Pfalz feiert, flüstert der Freiburg-Süden bereits den näächsten Rekord: Vincenzo Grifo schraubte sich mit seinem Doppelpack gegen LASK auf 17 Europapokal-Tore – nie zuvor erzielte ein deutscher Feldspieler mehr Treffer in einer Saison. Der Abstand zu Mainz? Nur drei Tore. Ein kleiner Nebenkriegsschauplatz, der das Finale noch einmal anheizt.
Am Sonntag kommt Eintracht Frankfurt ins Bruchweg – Rhein-Main-Duell, Champions-League-Gegner, Prestige. Aber die Europa-Reise ist längst Realität geworden. Die Mainzer haben den Bann gebrochen, und Stefan Posch trägt fortan ein Gesicht aus Bronze: Wer so früh köpft, der schreibt Geschichte – nicht nur für einen Abend, sondern für ein ganzes Jahrzehnt.
