Mainz 05: comeback-hoffnungen und taktische schachzüge vor straßburg-duell
Die Vorbereitung auf das Conference-League-Viertelfinalhinspiel gegen Straßburg ist bei Mainz 05 in vollem Gange – und die Personallage verbessert sich zusehends. Fünf verletzte Spieler sind zurück im Training, was dem Team von Trainer Urs Fischer deutlich mehr Flexibilität verleiht. Doch der Weg zur europäischen Spitzenleistung ist noch mit Fragezeichen gepflastert.
Personelle engpässe und rückkehrer
Die Abwesenheit von Silas und Benedict Hollerbach, die weiterhin ausfallen, hinterlässt natürlich eine Lücke. Aber die Rückkehr von Nadiem Amiri, Anthony Caci, Stefan Bell, Andreas Hanche-Olsen und Robin Zentner ist ein echter Lichtblick. Fischer zeigte sich zufrieden: „Sie sind auf einem guten Weg zurück. Sie konnten eigentlich alles mitmachen.“ Ob es für einen Einsatz gegen Straßburg reicht, ließ er jedoch offen, vor allem nach den längeren Ausfallzeiten. Ein früher Einsatz von Caci, der in Straßburg seine fußballerische Ausbildung genoss und dort 107 Ligue 1-Spiele bestritt, scheint im Rückspiel realistischer.

Wechselspiel im sturm: weiper oder sieb?
Im Angriff stehen Fischer vor einer kniffligen Entscheidung. Sowohl Nelson Weiper als auch Armindo Sieb buhlen um einen Startelfplatz. Im Hinspiel des Achtelfinals hatte Weiper die Nase vorn, wurde aber kurz vor Schluss durch Sieb ersetzt, der dann das spielentscheidende Tor erzielte. Die Entscheidung des Trainers wird entscheidend sein. „Ich bin mir fast sicher, dass der, der nicht von Beginn an spielt, im Laufe des Spiels noch Einsatzzeit bekommt“, verriet Fischer, ohne jedoch seine Pläne preiszugeben.

Straßburg reist mit großer unterstützung an
Das Duell gegen Straßburg verspricht nicht nur sportlich, sondern auch atmosphärisch ein Highlight zu werden. Mit mindestens 2300 Fans reist die Elsässer Mannschaft ins rheinländische Mainz. Das offizielle Ticketkontingent war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, ein Zeichen für die Euphorie in Straßburg. Für den Verein, der 2011 Insolvenz anmelden musste und sich seither mühsam zurückgekämpft hat, ist das Erreichen des Viertelfinals ein historischer Erfolg – der erste seit 46 Jahren!
Allerdings muss Straßburg ohne seinen Top-Torjäger Joaquin Panichelli auskommen, der sich bei seinem Einsatz für die argentinische Nationalmannschaft schwer verletzte. Seine 18 Treffer in dieser Saison werden dem Team zweifellos fehlen. Mainz hingegen muss sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass nur drei der vier Winterzugänge bei der UEFA nachgemeldet werden konnten, und Sheraldo Becker im Europapokal nicht spielberechtigt ist.
Die Ausgangslage vor dem Hinspiel ist also komplex: Mainz mit einer langsam wiedererstarkenden Mannschaft, aber noch personellen Fragen, und Straßburg mit einer beeindruckenden Entwicklung und großem Fan-Support. Ein spannendes Spiel ist garantiert.
