Magunazelaia schlägt zurück: eibar entreißt sich mit 120-sekunden-tor die hoffnung
Jon Magunazelaia brauchte nur zwei Minuten, um alle Zweifel zu verscheuchen. Der 29-Jährige, seit Dezember nur noch Joker, spielte sich am Sonntag in Anduva mit einem platzierten Schlenzer ins Heldenbuch des SD Eibar – und katapultierte die Armija Grisa zurück in die Spur der Selbstbestimmung.
San josé riskiert den remplacer – und trifft
Trainer Beñat San José hatte die Startelf bis zur letzten Sekunde geheim gehalten. Dass er ausgerechnet Magunazelaia hinter Sturmspitze Bautista aufbietet, ahnte selbst die mitgereiste Afición nicht. 71 Tage war der Gipuzkoaner zuvor überhaupt nicht in der Liga von Beginn an gelaufen, nur 184 Minuten sammelte er seit der 0:2-Pleite gegen Cultural Leonesa – verteilt auf 14 Kurzeinsätze. Die Konkurrenz um Guruzeta, Mada und Adu Ares schien zu groß.
Dann die 120-Sekunden-Blitz-Eröffnung: Adu Ares schlägt einen diagonalen Pass in den Rückraum, Magunazelaia nimmt mit der Innenseite mit, dreht sich weg von seinem Bewacher und netzt flach links unten ein. 0:1, und das Estadio Municipal callte schlagartig. „Ich wusste nicht mal, wie ich feiern soll – alles ging so schnell“, lachte der Torschütze später, als seine Mitspieler ihn vor die auswärtige Tribüne zerren, wo Freunde aus Eibar ihn mit Baskischen Fahnen winken.

Zwölf kilometer laufleistung nach fünfwöchiger wettkampfpause
Die Statistik verrät: Magunazelaia lief 12,1 km – mehr als jeder andere Seinser auf dem Platz. Er half im Aufbau, riss Lücken gegen die tieferstehenden Castellano-Leoneses und sicherte per Rückwärts-Pressing den Sieg. Die pass map zeigt 32 Kontakte, davon 24 im letzten Drittel. Kein Ballverlust unter eigenem Druck, dafür zwei weitere Torgefährliche Schüsse. San José lobte: „Jon hat bewiesen, dass Frische keine Frage der Minuten, sondern der Einstellung ist.“
Das 1:0 rettete sich bis zum Schlusspfiff. Eibar springt auf Rang fünf, hat die Play-off-Plätze wieder im eigenen Handschuh. „Wir haben die Richtung wieder selbst in der Hand“, sagt Magunazelaia, noch mit Grasflecken im Haar. „Patience y tranquilidad – das predigen wir seit Wochen. Jetzt müssen wir liefern.“
Die nächste Aufgabe: Auswärtsspiel in Cartagena. Wenn San José wieder die Surprise-Karte zieht, weiß Magunazelaia, dass er diesmal nicht 71 Tage warten muss. Die 120 Sekunden von Anduva haben sein Schicksal beschleunigt – und die Saison der Armija Grisa wieder in Schwung gebracht.
