Magnier triumphiert im massensprint – vingegaard kontrolliert die gesamtwertung

Pieve di Soligo – Paul Magnier hat dem Giro d’Italia einen fulminanten französischen Akzent verpasst. Der 22-Jährige vom Soudal Quick-Step entschied das 18. Teilstück im packenden Massensprint für sich und damit seinen dritten Etappensieg in dieser Ausgabe der Rundfahrt. Damit sicherte er sich auch die maglia ciclamino, das violette Trikot der Sprintwertung zurück.

Vingegaard festigt seine führung

Vingegaard festigt seine führung

Während Magnier im Sprint die Oberhand behielt, fuhr Jonas Vingegaard seine Gesamtführung unbeirrt fort. Der Däne von Visma-Lease a bike demonstrierte erneut seine beeindruckende Konstanz und liegt nun mit einem komfortablen Vorsprung von 4:03 Minuten auf Felix Gall an zweiter Stelle. Die letzten beiden Bergetappen werden zeigen, ob Gall noch einmal gefährden kann – ein unwahrscheinliches Szenario, wie sich abzeichnet.

Lange Zeit dominierte ein Quartett die Köpfe des Feldes, doch knapp 22 Kilometer vor dem Ziel wurde die Fluchtgruppe gestellt. Ein Versuch einer kleinen Gruppe um Vingegaard am Ca‘ del Poggio – einer besonders anspruchsvollen Klippe – scheiterte ebenfalls daran, sich entscheidend abzusetzen. Die Top-Sprinter, allen voran Magnier und Milan, kämpften sich jedoch zurück ins Geschäft und lieferten schließlich einen nervenaufreibenden Sprint.

Ein Blick auf die Sprintwertung zeigt, dass Magnier mit seinem dritten Etappensieg Jhonatan Narváez überholt hat. Der Ecuadorianer, der ebenfalls schon drei Tagesetappen für sich entscheiden konnte, mischt überraschend im Kampf um das Sprint-Trikot mit. Lo que nadie cuenta es, dass Narváez mit seiner Leistung zeigt, dass die Sprintwertung weit mehr als nur eine Domäne der reinen Sprinter sein kann.

Am Freitag steht die 19. Etappe auf dem Programm, die von Feltre nach Alleghe führt. Mit sechs Bergwertungen und fast 5000 Höhenmetern wird es ein harter Brocken. Besonders der Passo di Giau auf 2226 Metern Höhe wird den Fahrern alles abverlangen. Das Rennen um die Gesamtwertung könnte sich hier entscheidend zuspitzen, auch wenn Vingegaard bisher einen nahezu unüberwindbaren Vorsprung aufgebaut hat.

Der 109. Giro d’Italia findet am Sonntag in Rom mit einer flachen Etappe seinen Höhepunkt. Die Spannung ist kaum zu überbieten, und die Fans dürfen sich auf ein packendes Finale freuen. Die Dominanz Vingegaards ist unbestritten, aber die dramatischen Wendungen der letzten Tage zeigen, dass im Radsport alles möglich ist.