Magnier: der überraschungs-sprintstar entert die giro d'italia

Sofia – Paul Magnier, der junge Sprinter aus Frankreich, hat die bisherige Giro d’Italia mit zwei fulminanten Etappensiegen aufgemischt und könnte ernsthafter Anwärter auf die maglia ciclamino werden. Der 22-Jährige, dessen Karriere zunächst im Mountainbike-Bereich begann, präsentiert sich nun als eine der größten Überraschungen dieser Rundfahrt.

Ein sprinter mit boonen-potenzial?

Magnier, geboren in Texas und in der Region Grenoble lebend, trat das Rennen mit dem klaren Ziel an, die Sprint-Hierarchie neu zu ordnen – und scheint auf dem besten Weg dorthin zu sein. Die ersten zwei Etappen in Burgas und Sofia sprechen eine deutliche Sprache. In Burgas wurde der Sieg zwar durch einen Massensturz erschwert, doch Magnier, perfekt positioniert von Jasper Stuyven, setzte sich durch. Auch in Sofia ließ er etablierte Sprinter wie Jonathan Milan und Jeffrey Hoogerland keine Chance.

Es wird gemunkelt, dass Magnier das Potenzial von Tom Boonen besitzt. Nicht nur aufgrund seiner beeindruckenden Physis – 1,87 Meter bei 79 Kilogramm – sondern auch durch seine Zugehörigkeit zur Quick-Step-Equipe, die für ihre Sprintstärke bekannt ist. Eine hohe Auszeichnung, angesichts der Erfolge des belgischen Ausnahmefahrers, der Weltmeisterschaften, Flandernrundfahrten und die Klassiker von Roubaix gewann.

Vom mountainbike zum straßenstar

Vom mountainbike zum straßenstar

Magnier’s Weg in den Profi-Straßensport verlief etwas unorthodox. Seine frühe Zeit im Mountainbike-Bereich hielt ihn lange Zeit aus dem Blickwinkel der französischen Teams. Über die Zusammenarbeit mit Specialized, einem renommierten Mountainbike-Hersteller, fand er schließlich den Weg zur Soudal-Quick Step. Der Transfer von Jasper Stuyven, dem Sieger von Mailand-Sanremo 2021, ist ein weiterer Beweis für die Stärke des Quick-Step-Zuges im Sprintbereich. Magnier’s Erfolge am Ende der letzten Saison, auch wenn sie in weniger prestigeträchtigen Rennen stattfanden, deuteten bereits auf sein Potenzial hin.

Nach enttäuschenden Ergebnissen bei den Frühjahrsklassikern entschied er sich, seine Kräfte auf die Giro d’Italia zu konzentrieren – eine Entscheidung, die sich nun auszahlt. Mit zwei Etappensiegen in den ersten drei Tagen ist Magnier nun ein ernstzunehmender Herausforderer für Jonathan Milan im Kampf um die maglia ciclamino.

Diese ersten Erfolge markieren einen Wendepunkt in Magnier’s Karriere, denn er siegte in einer massenhaften Sprinterentscheidung – eine Leistung, die ihn in den Kreis der Top-Sprinter wie Jasper Philipsen, Tim Merlier und Milan einordnet. Die Frage ist nicht, ob Magnier sich diesen Platz verdient hat, sondern ob er ihn verteidigen kann.