Magdeburg spielt darmstadt an die wand – und steht trotzdem weiter mit leeren händen da
1:1 gegen Darmstadt, Platz 18 bleibt Platz 18. Für Petrik Sander klingt das nach Sieg verschenkt. „Wir haben 1:1 verloren“, sagt er. Kein Witz, keine Pose – reiner Frust.
Die erste halbzeit war ein magdeburger monolog
Zukowski frei vor dem Tor, Stalmach noch freier. Beide schieben den Ball vorbei. In der 33. und 35. Minute liegen zwei Tore auf dem Fuß, doch der FCM tritt daneben. Darmstadt schaut zu, atmet auf, weiß: Heute dürfen wir dankbar sein. Sander ballt die Faust, er kennt das Gefühl. Elversberg, Kiel, Hannover – immer dasselbe Bild: Magdeburg macht’s, Magdeburg vermasselt’s.
Dann der Schock im Sechser-Kasten: Nürnberger, erst eingewechselt, bugsiert eine Flanke mit der Brust ins eigene Netz. 63. Minute, MDCC-Arena tobt. Vier Minuten später trifft derselbe Mann erneut – diesmal ins richtige Tor. Abgefälschter Schuss, 1:1, die Lilien jubeln, als hätten sie gewonnen. Magdeburg schaut wieder in die Röhre.

Tabellenletzter? hier spielt der tabellenletzte nicht
5.600 Fans fehlen wegen Blocksperre, die verbliebenen 17.000 erzeugen Lärm wie in den 90ern. Nürnberger zieht den Schritt zurück, applaudiert in die Kurve: „Wahnsinn, wie die Mannschaft auftritt. Wenn man nicht wüsste, wer Letzter ist …“ Genau das ist das Problem. Magdeburg spielt wie ein Aufsteiger, steht aber wo der Abstieg drin ist.
Die Zahlen sind gnadenlos: 26 Spiele, 19 Punkte, erst drei Siege. Die Tabelle lügt nicht, sagt man. Aber sie vergisst die Spiele, in denen der FCM das Feld dominiert und nur das Netz nicht trifft. „Wir müssen Tore maczen, sonst nützt die beste Leistung nichts“, sagt Sander. Kein Vorwurf an seine Spieler, eher ein Seufzen an das Schicksal.

Der countdown läuft: münster wird zur endstation
Nächster Gegner: Preußen Münster, Sonntag, 13.30 Uhr. Drei Tage später geht’s nach Kiel, dann kommt Kaiserslautern. Zwölf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, neun Spieltage noch. Sander erinnert sich an seinen Start: 0:0 in Darmstadt, damals hielt man das für einen Punkt gewonnen. Heute wäre ein Sieg in Münster ein Turbo, sonst wird die Anzeigetafel zur Todesuhr.
Fabian Nürnberger packt seine Trikots ein, nimmt den Punkt mit nach Hessen. „Ein komisches Gefühl“, sagt er, „wir können zufrieden sein, aber wir wissen auch, dass wir Glück hatten.“ Magdeburg bleibt mit der bitteren Gewissheit: Glück hatten die anderen. Wenn nicht bald drei Punkte folgen, wird die Saison zur Statistik. Und die Zahlen sind schon jetzt so hässlich wie ein Eigentor.
