Magdeburg gegen berlin: das duell, das die meisterschaft wieder entzünden könnte

Es ist das Spiel, das die Handball-Bundesliga in diesem Jahr braucht: Tabellenführer SC Magdeburg empfängt am Samstag (16.05 Uhr, live in der ARD) den Titelverteidiger Füchse Berlin – und plötzlich ist wieder alles offen. Oder etwa nicht?

Magdeburg hat die nase vorn – aber berlin will stinken

Noch sieben Spieltage, vier Punkte Vorsprung für Magdeburg. Für Pascal Hens, der als Experte bei Dyn mitdiskutiert, ist klar: „Berlin muss gewinnen, sonnn ist die Meisterfrage gelaufen.“ Doch selbst ein Sieg in der Bördelandhalle würde Magdeburg nicht wirklich wanken, glaubt er. „Die haben ein zu breites Kreuz, zu viel Routine, zu viel Qualität.“

Sein Kollege Mimi Kraus ist noch radikaler: „Magdeburg wird Meister – egal, was Samstag passiert.“ Die Quintessenz: Die Füchse jagen einen Zweikampf, den es längst nicht mehr gibt.

Kretzschmar sieht den nimbus platzen

Kretzschmar sieht den nimbus platzen

Stefan Kretzschmar, früher Sportboss in Berlin, hält dem Triumphalismus entgegen: „Magdeburgs Nimbus ist angeknackst.“ Drei Niederlagen, ein Remis – die Hinrunde mit 15 Siegen wirkt wie aus einem anderen Leben. „Diese Souveränität, die sie hatten, die ist weg. Und genau das macht sie verwundbar.“

Er kennt die Gemüter in der Landeshauptstadt. Nach der 32:39-Demütigung in der Schmeling-Halle, nur Tage nach seiner Entlassung, brennt noch immer ein Feuer unter der Asche. „Die Jungs von Füchse Berlin haben das im Kopf – und sie haben den schnellsten Handball der Liga.“

Die champions-league-frage nebenbei

Die champions-league-frage nebenbei

Es geht nicht nur um den Titel. Es geht um Europa. Platz drei sichert die direkte Quali für die Königsklasse – und Berlin steht nur einen Punkt vor SG Flensburg. Ein Sieg in Magdeburg wäre doppelt Gold: Punkte auf den Rivalen und Ausrufezeichen Richtung Europapokal.

Trainer Bennet Wiegert hat die Woche genutzt, um jeden Pass, jeden Laufweg neu zu justieren. Seine Botschaft lautet: „Wir spielen nicht gegen die Tabelle, wir spielen gegen das Kopfproblem.“ Denn Magdeburg hat Berlin in den letzten drei Pflichtspielen immer bezwungen – und das sitzt tief.

Die fakten, die zählen

Magdeburg hat 42 Punkte, Berlin 38. Die Tordifferenz spricht ebenfalls für den Tabellenführer (+132 vs. +88). Doch die Formkurve zeigt nach unten: nur zwei Siege aus den letzten fünf Partien. Berlin kommt mit fünf Erfolgen nacheinander und dem Selbstvertrauen eines Teams, das weiß: Jetzt oder nie.

Die Bördelandhalle wird ausverkauft sein, 6.600 Fans, ein Großteil in Blau-Weiß. Die Füchse-Fans reisen mit 1.200 Anhängern an – und sie haben noch etwas zu feiern: 25 Jahre Bundesliga für den Traditionsklub aus der Hauptstadt.

Letzter satz

Wenn Berlin gewinnt, bleibt die Liga ein Herzschlag-Märchen. Wenn Magdeburg gewinnt, ist die Meisterschaft gelaufen – und die Füchse müssen um die Champions-League zittern. Eines ist klar: Am Samstag um 18 Uhr wissen wir nicht nur, wer Handball-Thronfolger ist, sondern auch, ob die Saison noch einmal richtig Spaß macht.