Madrid open: politische spannungen überschatten tennis-finale!

Ein politisches Beben erschüttert den diesjährigen Mutua Madrid Open: Anstelle des erwarteten Duells zwischen etablierten Stars wie Sabalenka oder Swiatek, wird im heutigen Finale der Damen ein ganz anderer Konflikt ausgetragen – und zwar auf dem Court Manolo Santana. Mirra Andreeva und Marta Kostyuk kämpfen um den Titel, doch der Schatten der Ukraine-Krise liegt schwer über dem Turnier.

Kostyuks prinzip: schweigen als protest

Kostyuks prinzip: schweigen als protest

Die ukrainische Spielerin Marta Kostyuk hat seit Beginn der russischen Invasion eine klare Linie verfolgt: Sie verweigert die Handschlagzeremonie russischen und belarussischen Spielerinnen. Nur Daria Kasatkina bildet eine Ausnahme, und das aus gutem Grund. Diese hat sich öffentlich gegen den Krieg ausgesprochen, was Kostyuk anerkennt. Doch auch bei Anastasia Potapova, die nun unter österreichischer Flagge antritt, bleibt Kostyuk hart: „Für mich ändert ein Nationalitätswechsel nichts, wenn nicht auch eine klare Position gegen den Krieg und Unterstützung für die Ukraine erfolgt.“

Die junge Andreeva, erst 19 Jahre alt, versucht, sich aus dem Konflikt herauszuhalten. Ihre Aussage „Ich bin für Frieden. Wenn ich Tennis spiele, konzentriere ich mich nur darauf“ wirkt angesichts der politischen Brisanz fast naiv. Im Gegensatz dazu hat Kasatkina, die 2022 durch ihre offene Homosexualität und damit ein direktes Statement gegen Putin für Aufsehen sorgte, gezeigt, dass Zivilcourage auch auf dem Platz möglich ist. Die Reaktion der Duma, die eine Untersuchung als „ausländische Agentin“ forderte, verdeutlicht die gesellschaftliche Zerrissenheit in Russland.

Kostyuk ist kein Einzelfall. Auch Elina Svitolina und andere ukrainische Spielerinnen meiden jeglichen Kontakt zu ihren russischen und belarussischen Kolleginnen. Eine ganze Reihe von Spielerinnen, darunter Rybakina und Putintseva, haben bereits vor der Eskalation des Konflikts ihre Nationalität gewechselt und spielen nun für andere Länder. Die Fluchtbewegung ist in der Tenniswelt Realität.

Die Spannung in Madrid geht weit über die sportliche Leistung hinaus. Nicht nur das Damenfinale ist von politischen Untertönen geprägt, sondern auch das Doppelturnier, in dem Andreeva an der Seite ihrer Landsfrau Shnaider ins Finale eingezogen ist. Ob sich diese Konstellation nun als doppelter Erfolg für Russland erweisen wird, bleibt abzuwarten.

Die Entscheidung auf dem Court Manolo Santana wird nicht nur über eine neue Königin des Sandplatzes entscheiden, sondern auch ein Spiegelbild der aktuellen geopolitischen Lage sein. Die Welt blickt nach Madrid – und fragt sich, ob der Sport wirklich über politischen Spannungen stehen kann.