Madrid: europas angst vor dem aus in der euroleague?
Madrid hat in Piraeus
eine weitere bittere Niederlage kassiert, doch das eigentliche Problem liegt tiefer: Die Auswärtsschwäche der Königlichen droht, die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Playoff-Ende zu zerstören. Sergio Scariolo sprach von Pech und Fehlern, aber die Fakten sind unerbittlich.
Die reisekrankheit des weißen balletts
Das Team von Pablo Laso hat in dieser EuroLeague-Saison eine erschreckende Bilanz vor eigenem Publikum. Fünfzehn Spiele wurden absolviert, nur fünf davon gewonnen. Orte wie Bologna, München, Paris, Dubai, Kaunas und Vitoria sind zu Albtraumorten geworden, in denen der vermeintlich unbesiegbare Real Madrid regelmäßig Federn lässt. Oft waren es nur knappe Niederlagen, aber eben solche, die sich in der Tabelle verheerend auswirken.
Die Aussage von Scariolo nach dem Spiel in Piraeus, dass das Team eine „gute Saison“ abliefert, klingt in Anbetracht der jüngsten Ergebnisse hohl. Fünf Niederlagen mit nur einem oder zwei Punkten Unterschied – das ist zwar ärgerlich, aber es verdeutlicht auch die mangelnde Konstanz und das fehlende Durchhaltevermögen, wenn es darauf ankommt. Oftmals verlor man die Kontrolle in den entscheidenden Minuten, obwohl ein Sieg in greifbarer Nähe lag.
Die aktuelle Tabellenposition ist alarmierend: Rang fünf, und das, obwohl die Saisonphase noch nicht abgeschlossen ist. Das bedeutet, dass Real Madrid den Heimvorteil in den Playoffs verpassen könnte – ein Faktor, der in der Vergangenheit eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Madrilenen spielte. Von den Teams, die den Heimvorteil erreichten, schafften es historisch gesehen 81,2 Prozent bis in die Final Four. Die Auswärtsschwäche des Teams ist schlichtweg besorgniserregend.
Mit einer Bilanz von 5-13 Auswärtssiegen ist Real Madrid das schlechteste der Top 13, nur der FC Bayern, Virtus Bologna, Baskonia, Anadolu Efes und ASVEL Villeurbanne waren noch schwächer. Diese Teams sind längst aus dem Rennen um die Playoffs ausgeschieden. Das ist ein historischer Tiefpunkt für den spanischen Rekordmeister.
Nur zwei Teams, nämlich Maccabi Tel Aviv und Anadolu Efes in der Saison 2021/22, haben sich mit einem noch schlechteren Auswärtsergebnis als dem aktuellen 27,7 Prozent unter den Top-Sechs platziert. Allerdings müssen diese Fälle mit einem Stern versehen werden, da die Spiele gegen russische Teams aufgrund des Krieges in der Ukraine annulliert wurden.
Das nächste Spiel gegen Fenerbahce Istanbul am Donnerstag ist daher von immenser Bedeutung. Fenerbahce, einst selbst Tabellenführer, befindet sich ebenfalls in einer Krise mit vier aufeinanderfolgenden Niederlagen und sechs Verlusten in den letzten sieben Spielen. Wäre Real Madrid in der Lage, auch nur annähernd seine normale Form abzurufen, wäre der Sieg im Prinzip sicher. Aber angesichts der jüngsten Ereignisse ist jede Auswärtsfahrt für die Madrilenen zum Albtraum geworden.
Um sich unter die Top-Vier zu kämpfen und den Heimvorteil zu sichern, muss Real Madrid in Istanbul und gegen das rote Stern Belgrad punkten. Nur so kann die Mannschaft unabhängig von den Ergebnissen anderer Teams sein und die Entscheidung über ihren Platz in den Playoffs selbst treffen. Bei nur einem Sieg droht sogar die Play-In-Runde, bei einer Niederlage gar der achte Platz.
Der Average gegen Olympiakos wurde bereits verloren, was die Chancen auf den ersten Platz deutlich verringert. Doch es gibt auch positive Nachrichten: Real Madrid hat den Average gegen Valencia, Monaco, Hapoel und Barcelona gewonnen, und steht gegen Fenerbahce im Vorteil. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die Madrilenen ihre Auswärtsschwäche überwinden und ihre Ziele erreichen können. Die Zeit drängt, und die Fans warten auf ein Wunder.
