Lupo martini fällt auseinander: schulze schlägt zurück nach spielabsage

Ein Verein am Boden, eine Mannschaft zerfallen – und wieder einmal steht Lupo Martini im Sturm der Kritik. Die Absage des Nachholspiels in Wilhelmshaven sorgt für neuerlichen Groll, doch Trainer Kevin Schulze wehrt sich mit Zahlen statt mit Worten: „Wir haben zehn Verletzte, zwei Gesperrte, einige ohne Urlaub – und plötzlich soll ich eine Auswärtstour ins 300-Kilometer-entfernte Wilhelmshaven stemmen?“

Keine tricks, nur tatsachen

Seit dem vergangenen Wochenende steht der Abstieg aus der Oberliga Niedersachsen fest. Für Außenstehende war es daher nur ein kleiner Schritt zur Unterstellung: Lupo spare Kraft, vermeide Kosten, boykottiere das Spiel. Schulze lacht bitter. „Ich kann doch keinem 17-Jährigen zumuten, nachts um zwei Uhr die Elbe zu überqueren und um sieben im Klassenzimmer zu sitzen.“ Der Kader schrumpfte auf neun Feldspieler, die Ligaverwaltung lehnte einen erneuten Terminverschiebungsantrag ab – 5:0-Wertung für Wilhelmshaven, nächste Reise am Sonntag, erneut 600 Euro Busmiete.

Die Rechnung summiert sich. Ende Oktober schon einmal nach Wilhelmshaven gefahren, damals wegen unbespielbaren Platzes ohne Pfiff zurück. „3.000 Euro weg, keinerlei Entschädigung“, schimpft Schulze. Nun droht dieselbe Route – und wieder auf eigene Kasse.

Ein sommer voller trümmer

Ein sommer voller trümmer

Im Sommer 2026 soll der Neuanfang in der Landesliga gelingen. Doch vorher muss der Klub die Bruchstellen kitten. Gehaltsverzicht der Profis? Noch offen. Sponsorengeld? Teilweise zurückgezogen. Der Vorstand um Teammanager Tahar Gritli arbeitet an einem Rettungsplan, der mehr ist als ein Flickenteppich: „Wir brauchen eine echte Strategie, keine Schnellschüsse“, sagt Gritli. Die Lizenz für die neue Spielzeit ist noch nicht beantragt, das Nachwuchsleistungszentrum soll geschlossen werden, weil die Unterhaltskosten explodieren.

Für Schulze zählt nur das Finale. „Am Ende schwamm drüber“, sagt er und meint damit nicht nur die verregnete Wiese in Wilhelmshaven, sondern eine ganze Saison voller Pannen. Wer danach noch fragt, warum Lupo nicht in den hohen Norden fuhr, bekommt von ihm eine einzige Zahl mit auf den Weg: „Elf – so viele Spieler standen zur Verfügung, inklusive zwei Torhütern. Fußball wird mit elf Mann gespielt, nicht mit Wunschdenken.“