Lukas hofer: heim-olympia in antholz – eine krönung und neue motivation
Lukas hofer: heim-olympia in antholz – eine krönung und neue motivation
Kaum jemand kennt den Biathlonsport so gut wie Lukas Hofer. Mit seinen nunmehr fünf Olympischen Spielen, die diesmal direkt in seiner Heimat Antholz stattfinden, erlebt der Südtiroler den Höhepunkt einer beeindruckenden Karriere. SPORT1 sprach mit dem erfahrenen Athleten über die emotionale Bedeutung dieses Großereignisses, Medaillenchancen und die Zukunft des Biathlons.
Emotionale bindung an antholz
Für fast jeden Sportler sind Olympische Spiele etwas Besonderes, doch für Athleten, die in ihrer Heimat antreten dürfen, wie Lukas Hofer, ist es noch emotionaler. Antholz ist für ihn mehr als nur ein Austragungsort – es ist seine zweite Heimat. “Ich bin hier fast mein ganzes Leben verbracht, habe im Südtirol Cup angefangen und bin in den Weltcup gekommen. Weltmeisterschaften habe ich hier erlebt und jetzt finden hier auch noch Olympische Spiele statt”, erzählt Hofer voller Begeisterung. Diese Möglichkeit, Großereignisse vor der Haustür zu bestreiten, ist für ihn eine einzigartige Chance.

Erinnerungen an den ersten weltcupsieg
Als Hofer an den 17. Januar 2014 zurückblickt, schwingt eine besondere Erinnerung mit. Der Sprint in Antholz, wo er zeitgleich mit Simon Schempp den ersten Weltcupsieg seiner Karriere feierte. “Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle”, erinnert sich Hofer. “Erst war ich Erster, dann Zweiter, dann wieder Erster – ein extrem spezieller Tag. Am Ende durfte ich meinen ersten Weltcupsieg daheim feiern.” Der gemeinsame Sieg aufgrund eines Messfehlers machte dieses Erlebnis umso einzigartiger.

Veränderungen im biathlonsport
Seit seinem Weltcup-Debüt im Jahr 2009 hat sich der Biathlonsport enorm gewandelt. “Die Schießgeschwindigkeit und die Präzision haben sich extrem gesteigert”, erklärt Hofer. “Früher konnte man sich drei, vier Fehler erlauben und trotzdem in die Top 15 laufen. Heute ist das undenkbar.” Das Niveau sei brutal hoch und der Raum für Fehler minimal. Er betont, dass man schnell laufen und präzise schießen muss, wobei eine Trefferquote von 85 bis 86 Prozent mittlerweile als mittelmäßig gilt.
Tommaso giacomel – der moderne biathlet
Tommaso Giacomel, der aktuelle Weltcup-Führende, verkörpert für Hofer den modernen Biathleten. “Ab den ersten Sekunden seines ersten Weltcup-Rennens im Jahr 2020 hat er einen bleibenden Eindruck hinterlassen – fehlerfrei geschossen und das in einem verdammt schnellen Tempo.” Giacomels Zielstrebigkeit und seine beeindruckende Leistung, insbesondere nach dem Verlust seines Freundes Sivert Bakken, beeindrucken Hofer sehr. Er glaubt, dass Giacomel noch sehr weit kommen wird.
Chancen auf medaillen und die bedeutung der spiele für italien
Die Chancen auf eine erneute Medaille mit der Mixed-Staffel sind gut, auch wenn Hofer betont, dass diese oft ihre eigenen Geschichten schreiben. Mit starken Athletinnen wie Lisa Vittozzi und Dorothea Wierer sieht er gute Voraussetzungen. Die Olympischen Spiele in Italien haben eine besondere Bedeutung, nicht nur sportlich, sondern auch emotional. Hofer hofft, dass diese Spiele die Wertschätzung für den Wintersport im Land steigern und den Nachwuchs fördern werden. “Das ist eine große Chance für junge Athleten. Antholz ist jetzt ein olympisches Zentrum und das hilft bei Fördergeldern.”
Ein perfektes olympia 2026
Für Hofer wäre ein “perfektes” Olympia 2026, wenn er optimal vorbereitet anreist, sein Bestes abrufen kann und schöne Spiele für alle werden. Er wünscht sich, dass die Spiele als Startpunkt genutzt werden, um langfristig weiterzuarbeiten und die Infrastruktur nachhaltig zu nutzen. Die Leidenschaft, daraus etwas Besonderes zu machen, ist in Italien groß und das ist ihm sehr wichtig.
