Lucid attackiert tesla: 50.000-dollar-suv kommt aus saudi-arabien
Ein Foto, kein Name – trotzdem schlägt es Wellen. Lucid Motors postete die erste Silhouette seines neuen elektrischen SUV, und die Rechnung ist einfach: 50.000 Dollar Preis, 25.000 Stück jährlich, gebaut nicht in Kalifornien, sondern in Dschidda. Damit schiebt sich Saudi-Arabien erstmals in die Liste der Autoproduzenten – und genau zwischen Tesla und den Rest der Welt.
Warum dschidda und nicht newark?
Die Antwort steckt in der Geldbörse. Der saudische Public Investment Fund (PIF) hat Lucid seit Jahren mit Milliarden stabilisiert; 2018 rettete er den Start-up-Karmalooper vor der Insolvenz, 2022 pumpte weitere 1,8 Milliarden nach. Jetzt fordert Riad den Gegenwert: ein Werk im King Salman Automotive Cluster, 5 km vom Roten Meer entfernt, mit einer Kapazität von 150.000 Einheiten pro Jahr. Geplant sind drei Schichten, 3.000 Arbeitsplätze und ein Logistik-Drehkreuz, das Afrika, Indien und Europa bedienen soll. Die US-Heimatstätte in Arizona bleibt meanwhile Luxuslinie: Air und Gravity rollen dort weiter vom Band, die neue Massenware aber kommt aus der Wüste.
15.841 Autos, 2,7 milliarden verlust – die roten zahlen hinter dem jubel
Lucid wuchs 2025 um 55 %, verkaufte aber immer noch weniger Fahrzeuge als Tesla in einer Woche. Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt ein Loch von 2,7 Milliarden Dollar, trotz höherer Margen als bei jedem etablierten Hersteller. Das 50.000-SUV soll die Kurve kriegen: neue Plattform, kleinere Batterie, günstigere Zellchemie, aber 400 kW Ladegeschwindigkeit und Luftfahrwerk serienmäßig. Die erste Serienfertigung startet 2027, ein Jahr bevor Tesla seine nächste Generation Model Y in Austin auflegt. Lucid-CFO Sherry House nennt das Projekt intern „Project Redwood“ – ein Seitenhieb auf Elon Musms Gigafactory-Waldbrandtempo.
Doch es gibt einen Haken: Die saudische Anlage muss noch gebaut werden. Erste Schweißroboter stehen, Lackiererei fehlt. Liefert Tesla 2027 bereits die überarbeitete Model-Y-Version, könnte Lucid erneut den Anschluss verpassen. Die Zeit arbeitet gegen die Wüsten-Offensive – und die Investoren schauen genau hin, ob die 50.000-Dollar-Marke wirklich hält oder am Ende doch bei 65.000 landet.
Für die Königshaus-Strategie ist der SUV mehr als ein Auto: Es ist die Visitenkarte für eine Post-Öl-Ära. Wenn Lucid scheitert, verliert nicht nur ein Startup, sondern ein ganzes Land seine Wette auf die Zukunft. Die Uhr tickt – und in Dschidda arbeitet man bereits im Drei-Schicht-Betrieb.
