Lube zerstört: 0-3-klatsche gegen zawiercie lässt champions-league-traum platzen

Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt – Mit einem blutleeren 0:3 (22:25, 16:25, 29:31) hat sich die Lube Civitanova am Dienstagabend selbst demontiert. Das Viertelfinal-Hinspiel der CEV Champions League war nach 94 Minuten beendet, der Traum von der Final Four hing plötzlich an einem seidenen Faden. Die Polen von Aluron CMC Zawiercie fegten die Italiener mit einer Mischung aus brutalem Aufschlag und eisklarer Chancenverwertung vom Feld. Nun droht dem Serienmeister das frühe Aus – und das, obwohl er vor eigenem Publikum begann.

Statistik lügt nicht: 15 aufschlagfehler, 38 % angriffsquote

Die Zahlen sind ein Spiegelbild der Ohnmacht: Fünfzehn Aufschlagfehler, nur 38 % Erfolgquote im Angriff, kein einziger Ass. Dagegen schmetterten Taylor Averill und Łukasz Kaczmarek mit 57 % bzw. 61 % Effizienz. „Wir haben den Gegner angezündet, statt ihn zu kontrollieren“, sagte Lube-Coach Fernando Medei nach dem Spiel. Besonders bitter: Erst im dritten Satz zeigte Civitanova ein Aufbäumen, doch auch hier versagte Tsvetan Sokolov beim 29:30 mit dem ersten Matchball im Nacken.

Die Partie begann mit einem 1:5-Debakel. Medei nahm sofort die Auszeit, aber die Gäste blieben auf Kurs. Im zweiten Durchgang schraubte Zawiercie das Tempo weiter nach oben, während Lube-Ballwechsel reihenweise im Netz landeten. Die Halle in Civitanova verstummte, als Kyle Russell zum 16:25 aufsetzte – ein Satz, der die italienische Seite wie betaubt zurückließ.

Rückspiel in polen: nur ein 3:0 würde reichen

Rückspiel in polen: nur ein 3:0 würde reichen

Am 2. April steht das Rückspiel in der Hala OSiR in Zawiercie an. Für Lube gilt: Nur ein 3:0-Sieg würde das Golden Set erzwingen, alles andere bedeutet Endstation. „Wir müssen wie von einem anderen Stern spielen“, sagte Kapitän Marco Balaso. Die PlusLiga-Truppe hat ihre Arena in dieser Saison noch nicht verloren, die Statistik spricht gegen die Italiener.

Positiv hervorstechen bei Lube nur Adrian Gargiulo und Eric Loeppky, die zumindest in der Annahme stabil standen. Doch allein das reicht nicht, wenn die Abstimmung zwischen Zuspiel und Außenangriff bröckelt. Medei deutete an, seine Startformation umbauen zu wollen – ein Indiz dafür, wie tief die Krise steckt.

Die Lufthoheit der Champions League ist damit vorerst polnisch. Für Zawiercie winkt nach dem Triumph von 2025 die zweite Final-Four-Teilnahme in Serie, während Civitanova vor der unangenehmen Frage steht, ob das eigene Selbstverständnis nach diesem K.o.-Schlag jemals wieder ganz heilen wird. Die Antwort folgt in zwei Wochen – oder nie.