Löwen werfen top-scorer raus – schröders letzter trumpf ist ein zweiter neuanfang
Die Basketball Löwen Braunschweig trennen sich mitten aus dem Abstiegskampf von ihrem Back-Court-Star Grant Sherfield. Der Klub bestätigte am Dienstag die einvernehmliche Auflösung des Vertrags – ein Schritt, der kurz nach der Verpflichtung von Kaza Kajami-Keane und Bryant Crawford kommt und die Rollen neu verteilt.
Sherfield war nur ein halbes jahr lang löwe
Sherfield kam im Sommer vom Bundesliga-Rivalen SC Rasta Vechta an die Oker, sollte mit seiner Schnelligkeit und seinem Dreier-Score Spielmacher-Qualitäten liefern. 10,8 Punkte und 3,5 Assists im Schnitt klingen solide, reichten aber nicht, um die Abstiegsloch-Statistik zu stoppen. Jetzt ist der 23-Jährige wieder auf dem Markt – und Braunschweig taumelt mit nur fünf Siegen aus 24 Partien auf Rang 18.
Die Entscheidung ist kein Einzelfall, sondern Teil eines radikalen Umbaus. Geschäftsführer Nils Mittmann spricht offen von „neuer Konstellation auf den Guard-Positionen“. Die Botschaft: Alles auf Anfang, um die letzten zehn Saisonspiele noch zu drehen. Dafür wurden Kajami-Keane, kanadischer Nationalspieler und zuletzt bei den Niners Chemnitz, sowie Crawford, ehemaliger Bursaspor-Playmaker, verpflichtet. Beide gelten als torgefährlicher und defensiv robuster – Eigenschaften, die Trainer Arne Woltmann dringend braucht.

Schröder glaubt an wunder – die tabelle lügt nicht
„Es sieht sehr schlecht aus“, räumte Dennis Schröder, Gesellschafter und Namensgeber der Schröder-Arena, gegenüber der Braunschweiger Zeitung ein. Dennoch betont der NBA-Weltmeister: „Ich glaube noch an den Klassenerhalt, weil nichts im Leben unmöglich ist.“ Die Rechnung ist simpel: Vier Siege Rückstand auf das rettende Ufer, ein Restprogramm mit ALBA Berlin, Bayern München und Bonn. Die Löwen müssen mindestens jedes zweite Spiel gewinnen – und das mit einem Kader, der sich erst finden muss.
Die Fans reagieren zwiegespalten. Auf Twitter feiern einige den Mut, endlich Konsequenzen zu ziehen. Andere fragen: Wenn der Top-Scorer geht, wer trägt dann die Trefferlast? Die Antwort liefert die Statistik: In den letzten fünf Spielen erzielte Braunschweig durchschnittlich nur 74 Punkte – Schlusslicht-Wert. Ohne Sherfields 10 Punkte wird es nicht einfacher, die 80-Punkte-Marke zu knacken, die nötig ist, um MBC & Co. zu überholen.
Am 30. März kommt ALBA in die Volkswagenhalle. Ein Sieg wäre ein Signal, ein Blitz, der die Tabelle kurz erhellt. Keine Experimente mehr, kein Pardon. Die Uhr tickt, und die Löwen wissen: Jetzt zählt nur noch der nächste Korb.
