Lou jeanmonnot erwacht nach augen-op – frankreichs gold-hoffnung startet neustart

Lou Jeanmonnot hat sich endlich trauen lassen. Die Olympiasiegerin ließ sich in Doubs die Hornhaut korrigieren, ihre erste große OP überhaupt. Jetzt, nur Tage nach dem Eingriff, tickt der Countdown: Premanon ruft, Ende Juni soll das Comeback beginnen.

Das problem saß nicht am gewehr, sondern auf der netzhaut

Schon im März hatte sie im Training festgestellt, dass ihre Kontaktlinsen nicht mehr lieferten, was der Wind von links und die 50 Meter anschlagende Zielscheibe verlangten. Im Holmenkollen wurde es offenkundig: Zielwasser tropfte, die Skistöcke zitterten, zwei Fehlschüsse im Stehendanschlag. "Ich schaute durch einen Schleier", sagte sie danach. Die Folge: Silber statt Gold im Verfolger, ein seltenes Zucken in einer bis dahin makellosen Saison.

Die Diagnose war eindeutig: Hornhautverkrümmung, mittelschwer, aber genug, um bei 200 Herzschlägen pro Minute den Unterschied zwischen Medaille und enttäuschtem Schulterzucken auszumachen. Der Arzt sprach von drei Wochen Auszeit. Jeanmonnot lachte: "Drei Wochen klingt wie drei Jahre, wenn man gerade alles gewonnen hat."

Der plan lautet: ruhe, dann vollgas

Der plan lautet: ruhe, dann vollgas

Die erste Nachricht nach der OP war trocken: "Keine Komplikationen, Sehstärke wieder bei 100 Prozent." Für Jeanmonnot bedeutet das, dass sie in Premanon nicht mehr mit Stöcken tasten, sondern wieder zielen kann. Das Trainingslager in den Jurabergen gilt als Geheimwaffe des französischen Verbands: 1.100 Höhenmeter, Schneekanonen rund um die Uhr, kein Handyempfang. Perfekt, um das neue Sehen einzuschießen.

Die Zahlen sprechen für sich: 5 Weltcupsiege, 12 Podestplätze, 2 olympische Goldmedaillen plus die große Kristallkugel – alles mit einer Sehschwäche, die jetzt Geschichte ist. Frankreichs Ski-Nationaltrainer Stéphane Bouthiaux rechnet vor: "Wenn Lou nur eine Spur schneller in die Lücke tritt, spart sie pro Schießeinlage 1,2 Sekunden. Über 60 Schüsse im Massenstart summiert sich das auf eine komplette Runde Vorsprung."

Die Fans sind elektrisiert. In den sozialen Netzwerken kursiert bereits der Hashtag #NeuesLouk – ein Wortspiel aus „neues Look“ und dem deutschen „Glück“. Jeanmonnot selbst bleibt nüchtern: "Ich will keine Ausreden mehr, keine Linsen, die verrutschen, keinen Nebel auf der Scheibe. Nur noch klarer Fokus."

Die Konkurrenz schaut auf den Kalender. In 120 Tagen startet der Weltcup in Kontiolahti. Dann wird sich zeigen, ob die Operation tatsächlich den letzten Prozentpunkt liefert, der zwischen Superstar und Legende steht. Eines ist sicher: Lou Jeanmonnot hat den Countdown längst gestartet – und diesmal sieht sie ihn haarscharf.