Lopetegui: von der demütigung zum wm-debüt – eine achterbahnfahrt der gefühle
Acht Jahre sind vergangen, seitdem Julen Lopetegui vor dem WM-Finale in Russland auf dem Höhepunkt seiner Karriere fiel. Nun steht der Spanier vor seinem zweiten Anlauf um den WM-Titel – mit Katar, einem Team, das er zur ersten Qualifikation überhaupt geführt hat. Ein emotionaler Rückschlag, ein Neuanfang und die Chance auf Revanche: Lopeteguis Geschichte ist so packend wie ein Finale selbst.
Die bittere pille von 2018: ein trainerentlassung, die die welt schockierte
Der 13. Juni 2018 ist ein Datum, das Julen Lopetegui wohl nie vergessen wird. Nur 22 Tage nach seiner Vertragsverlängerung und zwei Tage vor dem ersten Gruppenspiel gegen Portugal wurde er von der spanischen Nationalmannschaft entlassen. Der Grund: Die überraschende Verpflichtung Lopeteguis bei Real Madrid nach der Weltmeisterschaft war durch eine Ausstiegsklausel geregelt und löste eine Empörung im spanischen Fußballverband aus. Die Entlassung erfolgte mit sofortiger Wirkung und hinterließ einen bitteren Nachgeschmack. Die damalige Situation war demütigend, so Lopetegui selbst.
Die Erinnerungen an diesen Tag sind noch lebendig, aber der Trainer blickt nach vorne. „2018 sind sehr unschöne Dinge passiert, aber es geht hier nicht um Rache“, beteuert er nun vor dem WM-Auftakt gegen die Schweiz. Lopetegui hat sich mit seiner Vergangenheit auseinandergesetzt und die Lehren daraus gezogen. Er weiß, dass der Fußball ihm viel mehr gegeben hat, als er ihm genommen hat.

Katar: ein neuanfang und die hoffnung auf eine überraschung
Im Mai 2025 übernahm Lopetegui das Ruder bei der Nationalmannschaft Katars und führte das Team zur ersten regulären Qualifikation für eine Weltmeisterschaft. Eine historische Leistung, die den kleinen Wüstenstaat in Aufbruchstimmung versetzt hat. Die WM-Premiere im Jahr 2022 als Gastgeber endete enttäuschend mit drei Niederlagen in der Gruppenphase. Doch dieses Mal ist mehr zu erwarten. Lopetegui hat eine neue Dynamik in das Team gebracht und die Spieler mit neuem Selbstvertrauen ausgestattet.
„Wir freuen uns riesig, uns zum ersten Mal in der Geschichte Katars für die Weltmeisterschaft qualifiziert zu haben“, so Lopetegui. „Gleichzeitig sind wir hochmotiviert und wollen während des Turniers so konkurrenzfähig wie möglich sein.“ Die Erwartungen sind hoch, aber der Druck ist nicht immens. Lopetegui und sein Team wollen Geschichte schreiben und die Welt überraschen. Die Vorfreude auf das Duell mit der Schweiz am Samstag ist riesig. Die Uhr tickt – und Lopetegui ist bereit für sein Comeback auf der größten Fußballbühne der Welt.
