Loïc meillard verpasst kristall – doch seine saison war pure magie
Er jagte mit Vollgas, aber am Ende blieb für Loïc Meillard nur der zweite Platz. Lucas Pinheiro Braathen fuhr in Lillehammer historische Spur, Meillard holte sich die Silberkugel – und lächelte dennoch.
Die Zahlen lügen nicht: Zwei Saisonsiege, olympisches Edelmetall, drei Podestplätze in Folge im Riesenslalom. Dennoch: Die kleine Kristallkugel rutschte ihm durch die Skihandschuhe. „Ich habe alles probiert, Gas gegeben. Lucas war einfach besser“, sagte der Walliser ohne Gram, aber mit ehrlicher Anerkennung.
Der fehlstart, der fast alles kostete
Die Saison begann mit einem Tiefschlag. Platz 14 und 18 in Sölden und Beaver Creek – das war nicht nur Frust, das war Punkteverschwendung im Kampf um die Krone. „Ich habe wichtige Zähler weggeschmissen das ist klar“, gestand Meillard offen. In seinem Kopf wirbelten Zweifel: „Kann ich das überhaupt noch?“ Doch statt zu verzweifeln, schaltete er den Turbo.
Zusammen mit seinem Team zimmerte er neue Ski, justierte die Kanten, feilte an der Technik. Die Antwort folgte auf dem Piste: Sieg in Adelboden, Sieg in Kranjska Gora. Der Riesenslalom wurde zu seinem persönlichen Revier.

Meillards machtwort: konstanz zählt mehr als glanz
Dass er nun drei Jahre in Serie auf dem Podest steht, ist kein Zufall. „Konstanz ist das neue Gold“, sagt er. Und diese Konstanz bringt ihm etwas, das kein Kristall so schnell bietet: Respekt. Auch die Konkurrenz weiß: Wenn Meillard in die rote Startbox rollt, ist er bereit, das Limit zu verschieben.
Der freie Tag, den er sich nun gönnt, wird kurz. In zwei Wochen geht’s nach Levi. Dort will er den Beweis antreten: Silber kann man polieren – bis es glänzt wie Gold.
