Lohmann: vom bayern-talent zur bankdrückerin in manchester – was schiefgelaufen ist
Sydney Lohmann, einst gefeiertes Ausnahmetalent im deutschen Frauenfußball, scheint in Manchester City den Anschluss verloren zu haben. Das DFB-Team kämpfte kürzlich mit fehlender Führungsstärke, und Lohmann, die viele als zukünftige Anführerin sahen, spielt keine Rolle mehr. Doch wie konnte es dazu kommen?
Die goldene jugend bei bayern und im dfb-trikot
Schon mit 16 Jahren feierte Sydney Lohmann ihr Debüt in der Frauen-Bundesliga für den FC Bayern München. Ihre Spielweise, geprägt von Dynamik, Intensität und dem unbändigen Drang nach vorne, machte sie schnell zu einem Hoffnungsträger. Im zentralen Mittelfeld verkörperte sie die klassische Box-to-Box-Spielerin. Auch im Nationalteam durfte sie früh Erfahrungen sammeln, doch Verletzungen bremsten ihre Entwicklung immer wieder.

Ein neustart in england – der gedanke dahinter
Im Sommer 2023 wagte Lohmann den Schritt in die englische Women’s Super League, die als eine der stärksten der Welt gilt. Der Wechsel zu Manchester City sollte eine neue Herausforderung und eine Chance auf regelmäßige Spielpraxis bedeuten. „Jeder, der hier spielt, sagt, wie herausfordernd die Liga ist“, erklärte sie damals voller Vorfreude. Doch die Realität sieht anders aus.

Nebenrolle in manchester: konkurrenz und verletzungen
Die Konkurrenz im Mittelfeld von Manchester City ist enorm. Mit Yui Hasegawa und Laura Blindkilde Brown hat Trainer Andree Jeglertz eine eingespielte Achse gefunden. Der Wintertransfer von Sam Coffey, einer US-Nationalspielerin, verstärkte die Situation zusätzlich. „Sydney ist immer eine Kämpferin, egal was kommt“, lobt Teamkollegin Rebecca Knaak. „Sie ist eine absolute Teamplayerin. Klar ist sie jetzt nicht zufrieden, aber im Fußball ändert sich viel.“
Doch noch gravierender als die Konkurrenzsituation ist die Verletzungsanfälligkeit. Schon bei Bayern plagten Lohmann Knie- und Hüftprobleme, die immer wieder zu längeren Ausfällen führten. Diese Probleme setzen sich nun auch in England fort und verhindern, dass sie in einen Rhythmus findet und sich in das neue Team integrieren kann. Es geht nicht nur um Fitness, sondern um Konstanz – eine Eigenschaft, die Lohmann aktuell vermissen lässt.

Das dfb-problem: fitness vor einsatzzeiten
Bundestrainer Christian Wück hat bereits angekündigt, dass Spielerinnen mit wenigen Einsatzzeiten im Verein kaum eine Chance auf einen Platz im Nationalkader haben werden. Lohmanns Situation ist daher prekär. Unter Martina Voss-Tecklenburg und Horst Hrubesch hatte sie zwar ihre Einsatzzeiten, doch verpasste sie aufgrund von Verletzungen immer wieder die Chance auf einen Stammplatz im Mittelfeld, das mittlerweile klar Sjoeke Nüsken und Elisa Senß gehört.

Ein talent, das nicht verpuffen darf
Sydney Lohmann ist mit 25 Jahren noch jung, aber ihre Karriere steht an einem Scheideweg. Es ist entscheidend, dass sie wieder regelmäßig spielt und ihren Körper stabilisiert. Talent allein reicht nicht, es braucht Einsatzzeiten, um sich zu entfalten und das Potenzial voll auszuschöpfen. Die Geschichte von Sydney Lohmann ist noch lange nicht vorbei – aber sie muss sich jetzt schnellstmöglich wieder in den Fokus spielen, bevor die Chance für immer verpasst ist.
