Liverpool fegt gala weg und zielt auf psg-revanche

Liverpool schlägt Galatasaray 4:0 und landet im Viertelfinale der Champions League auf dem alten Feind Paris Saint-Germain. Die Erinnerung an das letzte Aufeinandertreffen brennt nach – damals scheiterten die Reds im Elfmeterschießen, obwohl sie PSG in die Verlängerung zwangen. Jetzt meldet sich der Gegner wieder, und Anfield dampft schon.

Trainer Arne Slot klingt nach dem Schlusspfiff so entspannt, als hätte er das Skript selbst geschrieben. „Wir haben sie in die Verlängerung gezwungen, wir waren die Einzigen, die das geschafft haben“, sagt er mit leiser Stimme, die trotzdem wie ein Schlag gegen die französische Brust wirkt. Dann kommt der Haken: „Ich glaube nicht, dass sie sich freuen, uns wiederzusehen.“

Slot zollt respekt, aber der blick ist klar

Slot zollt respekt, aber der blick ist klar

Die Zahlen sprechen für sich: Liverpool war in der Vorrunde keine Macht, Platz drei reichte. In der Premier League liegt der Klub 21 Punkte hinter Spitzenreiter Arsenal, bei PSG sieht es kaum besser aus. Die Pariser laufen in Ligue 1 hinter den Erwartungen her, trotzdem haben sie den Henkelpott im Koffer. Die Frage ist nur, ob sie ihn auf Anfield noch mal auspacken wollen.

Die letzte Saison endete für Liverpool mit einem Déjà-vu: klar besser in der Liga-Phase, dann das bittere Aus im Achtelfinale. Slot erinnert sich genau an die Szene im Parc des Princes, an das Gedränge, an die verfehlten Elfmeter. „Wir haben sie in ihrer Höhe getroffen, aber sie haben uns nicht geknockt“, sagt er. Das klingt nach Kampfansage, nicht nach Analyse.

Beide Teams taumeln ein wenig, beide brauchen einen Katalysator. Für Liverpool ist das Viertelfinale der letzte echte Saisonzielpunkt, für PSG die Chance, zu beweisen, dass der Titel kein Zufall war. Die Reds haben nichts zu verlieren, die Franzosen alles. Das macht das Duell zur reinen Glut.

Um 21.00 Uhr Ortszeit schlägt Galatasaray die letzte Ecke, der Ball segelt ins Aus, und schon flimmern die ersten PSG-Fahnen über die Haupttribüne. Die Fans von Liverpool singen „We’ve got Salah“, aber sie meinen eigentlich die ganze Mannschaft, die jetzt mit offenem Visier nach Paris reist. Slot nickt nur, als er die Frage nach der Favoritenrolle hört. „Wir wissen, wie nah wir damals dran waren. Diesmal wollen wir die Lücke zumachen.“

Die Champions League liefert das Drama, Liverpool liefert die Revanche-Voraussetzung. Wenn Anfield in zwei Wochen wieder brüllt, wird PSG nicht nur an die verlängerte Nacht vom Vorjahr denken – sondern auch daran, dass Liverpool in dieser Saison schon bewiesen hat: Ein 4:0 kann die Lunte sein, die das Fass entzündet.