Lisinski rettet chemie leipzig vor dem absturz – luckenwalde bezwingt sich selbst
Rajk Lisinski traf. Der Rest war ein einziger Aufschrei. Chemie Leipzig würgt sich mit Glück und einem späten Schrecken zum 1:0 gegen Luckenwalde und atmet im Keller der Regionalliga Nordost auf.
Lisinski trifft, aliji verpasst den knock-out
Der Knipser stand da, wo Stürmer stehen müssen: am zweiten Pfosten, vier Meter vor dem Tor, nachdem Stanley Ratifo Keeper Kevin Tittel schon geschunden hatte. Lisinski schob ein, die Alfred-Kunze-Straße explodierte – und das war’s eigentlich schon. Denn statt nachzulegen, verpasste Valon Aliji drei Mal das 2:0. Drei Mal! Aus acht Metern, aus vier, ins Außennetz. Die Zuschauer hätten ihm fast selbst geschossen.
Luckenwalde? Kam erst in der 88. Minute richtig zum Abschluss. Jonas Kühn stand blank vor dem Kasten, zog ab – und verzog. Die Leipziger Bank sackte kurz zusammen, dann jubelte sie. Drei Punkte, die im Mai wie Goldstaub wirgen können.

Schmidt rotiert – und trifft den nerv
Alexander Schmidt stellte um, ließ Tim Hoops, Julian Bell und Torjäger Cyrill Akono draußen, schickte mit Lisinski und Seidel frische Beine. Die Entscheidung traf den Nagel auf den Kopf: Die Gäste kamen nicht mal bis zur Mittellinie, ohne zu stolpern. 60 Prozent Ballbesitz, 14:3 Torschüsse – Zahlen, die lügen, wenn man sieht, wie knapp es am Ende war.
Die Chemie steht nun zwei Zähler vor dem Strich, der Rückstand auf Babelsberg schrumpft auf vier Punkte. Noch sieben Spiele, und das nächste Duell ist bereits am Mittwoch in Plauen. Dort will Lisinski erneut den Unterschied machen – und Aliji hoffentlich die Kugel.
Der Kunze-Sportpark summt noch immer. Die Fans wissen: Solche Siege kann man sich nicht aussuchen, nur erzwingen. Und wer sie nicht erzwingt, landet in der Oberliga. Chemie hat sich gerade noch einmal gefangen. Ob sie oben bleibt, entscheidet sich jetzt – auf dem Rasen, nicht auf dem Papier.
