Lipowitz: ruhe vor dem sturm – fokus auf slowenien!
Florian Lipowitz, Deutschlands Hoffnungsträger im Peloton, scheint vor dem Start der Tour de France einen ungewöhnlichen Weg zu wählen: Er sucht die Stille in Slowenien. Statt im Rampenlicht zu stehen, will der 25-Jährige bei der Slowenien-Rundfahrt die letzten Prozentpunkte für den großen Auftritt sammeln – und dem erwartungsvollen Trubel entfliehen.

Die slowenien-rundfahrt als strategische vorbereitung
Die Entscheidung des Red-Bull-Profis aus Laichingen mag auf den ersten Blick überraschen, doch sie birgt eine clevere Strategie. Gerade weil Tadej Pogacar, der unangefochtene Tour-Dominator, die Tour de Suisse vorzieht, bietet die Slowenien-Rundfahrt Lipowitz eine ideale Gelegenheit, sich ohne den immensen Druck und die ständige Beobachtung auf die Herausforderungen in Frankreich vorzubereiten. "Wir erhoffen uns, dass die Rundfahrt ein bisschen ruhiger ist, ohne allzu große Erwartungen, ohne zu viel Stress", so Lipowitz.
Seine Form im Frühjahr ließ bereits aufhorchen. Bei der Katalonien-Rundfahrt kämpfte er sich auf den dritten Platz vor, im Baskenland belegte er den zweiten Rang hinter dem aufstrebenden Franzosen Paul Seixas. Auch bei der Tour de Romandie bewies er seine Klasse, lediglich Pogacar war schneller. Lipowitz selbst spricht von einer "super happy" verlaufenen Saisonvorbereitung, während er gleichzeitig betont, dass er noch das "eine oder andere Watt drauflegen" möchte.
Doch Lipowitz ist kein Mann der großen Worte und des Rampenlichts. Er scheint die Aufmerksamkeit eher zu scheuen und findet sich im Schatten des extrovertierten Remco Evenepoel, seines Teamkollegen, wohl. Die beiden zeigten bereits in Katalonien und im gemeinsamen Höhen-Trainingslager in der Sierra Nevada, dass sie ein eingespieltes Team bilden.
Ob diese ruhige Taktik letztendlich zum Erfolg führt, wird die Tour de France zeigen. Doch eines ist klar: Florian Lipowitz ist bereit, und er hat sich seinen Weg zur Form gewählt – fernab des erwartungsvollen Trubels.
