Lipowitz jagt pogacar: nur 3 sekunden fehlen zum sensations-coup

3,2 Kilometer, 3 Sekunden, 1 Botschaft: Florian Lipowitz hat Tadej Pogacar die Angst eingejagt. Beim Prolog der Tour de Romandie verpasste der 25-jährige Oberbayer dem Slowenen den ersten Saison-Blutgrätsche – und das als Nicht-Zeitfahrer.

Der baskenland-zweite legt nach

Villars-sur-Glâne war nur ein Prolog, doch die Wirkung ist Tour-de-France-tauglich. Lipowitz fuhr sich mit dem zehnten Rang in eine Schlagdistanz, die selbst Red-Bull-Interne vor Wochen noch für unrealistisch hielten. Auf Pogacar, viermaliger Tour-Sieger und Benchmark der Szene, fehlten am Ende drei winzige Sekundenbruchteile – ein Handtuch wäre zu groß, um die Lücke zu füllen.

Der Deutsche lässt die Muskeln sprechen. Nach Platz zwei im Baskenland und Rang drei in Katalonien meldet er sich auf dem Schweizer Hochplateau zum dritten Mal in Folge als Generalprobe-Gewinner zurück. „Die Form ist da“, sagt er mit der Gelassenheit eines Mannes, der genau weiß, dass er gerade ein Ausrufezeichen gesetzt hat.

14.000 Höhenmeter warten auf antworten

14.000 Höhenmeter warten auf antworten

Die Romandie gilt als Feuertaufe vor der Grande Boucle, und diesmal brennt das Streichholz länger: Über 14.000 Höhenmeter verteilen sich auf fünf Etappen, so viel Anstieg passt kaum auf einen Monitor. Wer hier mithalten kann, darf im Juli träumen. Lipowitz’ Teamkollege Primoz Roglic, zwei Sekunden langsamer heute, schaut plötzlich auf den jüngeren Mann im eigenen Dress.

Während Remco Evenepoel und Jonas Vingegaard die Schweiz links liegen, wird klar: Red Bull hat seinen Kronprinzen bereits im Stall. Und der trägt deutsche Farben.

Die Veranstaltung ist erst drei Kilometer alt, trotzdem verändert sich das Narrativ. Aus dem Geheimtipp wird ein ernstzunehmender Tour-Kandidat. Die Frage ist nicht mehr, ob Lipowitz in den Alpen mithalten kann. Die Frage ist, wann die Konkurrenz ihn endlich als Bedrohung wahrnimmt.