Lindsey vonn plant comeback nach horror-crash: „vielleicht starte ich wieder“

Sie schrie sich die Seele aus dem Leib, lag mit einem Fremden hinter einem Vorhang im Krankenhaus – und sieht jetzt schon wieder nach vorn. Lindsey Vonn, 41, hat sieben Wochen nach ihrem spektakulären Olympia-Sturz in der Abfahrt erstmals Details geschildert und lässt die Ski-Welt aufhorchen: Ein Karriereende steht nicht zur Debatte.

„Die schmerzen waren unerträglich“

Die US-Amerikanerin blickt im Interview mit Vanity Fair zurück auf den 8. Februar. Nach 13 Sekunden rutschte sie im obersten Drittel der Piste aus, riss sich das Kreuzband, schlug mehrfach auf. „Ich schrie: ‚Holt mich hier raus!‘ Es wollte einfach nicht aufhören“, sagt Vonn. Drei Operationen folgten, zwei davon innerhalb von 72 Stunden. Station drei im Krankenhaus: kein Einzelzimmer, kein VIP-Status. „Nur ein dünner Vorhang zwischen mir und der Frau nebenan.“

Die Bilder gingen um den Globus. Viele sprachen vom vorzeitigen Ende einer Epoche. Doch Vonn widerspricht – und zwar mit Zahlen. Sie beginnt bereits mit leichtem Krafttraining, kann das Knie 90 Grad beugen, schafft 30 Minuten auf dem Ergometer. Das ist keine PR-Show, sondern knallharter Reha-Plan. „Ich will nicht als die Skifahrerin in Erinnerung bleiben, die da liegen geblieben ist“, betont sie.

Vater vs. tochter: rücktritt? no way

Vater vs. tochter: rücktritt? no way

Ihr Vater Alex Kildow hatte nach dem Unfall öffentlich einen Rückzug nahegelegt. Vonn konterte via X: „Ich brauche von niemandem die Erlaubnis, über meine Zukunft zu sprechen.“ Und jetzt legt sie nach: „Vielleicht habe ich in zwei Jahren zwei Kinder, vielleicht keine und fahre wieder Rennen.“ Kein klares Bekenntnis, aber auch kein Abschied. Das ist klassisch Vonn – stets mit dem Druckfahrschalter zwischen Risiko und Ruhm.

Die Alpine Ski-Welt blickt gespannt nach Beaver Creek. Sollte Vonn tatsächlich auf die Piste zurückkehren, wäre sie mit 43 Jahren die älteste Speed-Rennfahrerin in der Geschichte des Weltcups. Ihr Comeback würde Netflix, Red Bull und die IOC-Partner gleichermassen jubeln lassen – und die Konkurrenz alarmieren. Denn wer die Amerikanerin kennt, weiss: Sobald sie startet, jagt sie nicht nur die Uhr, sondern die Besten.

Für den Moment ist das Knie Chef. Jede Trainingseinheit folgt dem Millimeter-Prinzip: zu viel Belastung und die Patella schiebt sich zur Seite. Zu wenig und der Musculus quadriceps schrumpft. Vonn lässt sich begleiten von dem Physiotherapeuten, der Tiger Woods nach seinem Autounfall wieder auf die Beine brachte. „Wenn ich wieder fahre, dann nicht für ein mediales Schaulaufen“, schickt sie vor. „Dann will ich gewinnen.“

Die Saison 2027/28 ist das Stichdatum. Dort steht die Abfahrts-WM in Courchevel auf dem Programm. Genau diese Disziplin, genau diese Piste, auf der sie 2022 ihren 82. Weltcupsieg feierte. Vonn hat das Memo offenbar geschrieben bekommen: Sportgeschichte schreibt man nicht im Hospitalbett, sondern mit Spannband und Stöcken in der Hand.