Lichtsteiners kartenspiel: schiris pistole zieht früher als erwartet

Fünf Sekunden. So lange brauchte Schiedsrichter Luca Piccolo, um die Schützenwiese in ein Tollhaus zu verwandeln. Gelb für Basel, Gelb für Lichtsteiner – und die Fans wussten: Dieses Duell wird ein Krimi.

Piccolo feuert, basel duckt sich

Bis zur Pause hatte Piccolo vier Verwarnungen verteilt, Lichtsteiner persönlich seine dritte inzwölf Spielen. Sein Vorgänger Magnin brauchte dafür 21 Partien. Die Statistik lacht, der Coach nicht: «Taktisches Foul. Nächste Frage.» Galgenhumor statt Revolte.

Metinho und Koloto saßen zur Halbzeit in der Kabine – beide eine Atemzug von Rot entfernt. Dominik Schmid lüftet das Geheimnis: «Metinho hätte bloss noch einen anhauchen müssen.» Die Bank war zur Notfallklinik mutiert.

Van breemen kassiert doch noch den platzverweis

Van breemen kassiert doch noch den platzverweis

Die zweite Hälfte hielt das Versprechen: Finn van Breemen flog mit Gelb-Rot, die Pfeifkonzerte wurden zum Orchesterstück. Piccolo agierte wie ein Revolverheld, der seine Patronen zählt – und dabei vergisst, dass das Spielfeld kein Saloon ist.

Am Ende stand ein 1:1, das niemand feierte. Die Empörung kochte auf den Rängen, auf der Bank, im Presseraum. Lichtsteiners Lächeln: schmal, süffisant, resigniert. Seine Erkenntnis: Manchmal gewinnt der Schnellste – auch wenn er nur die Karten zückt.