Lewandowski gibt lebewohl-signal: „ich warte auf die richtige option“
50 Tage noch, dann läuft der Vertrag. Und Robert Lewandowski spricht plötzlich wie ein Mann, der Abschied nimmt. Auf dem frisch gekürten Rasen des Spotify Camp Nou sagt er es offen: „Wir werden sehen.“ Kein „Ich bleibe“. Kein „Barça ist mein Zuhause“. Nur: „Ich warte, bis sich verschiedene Optionen zeigen.“
Die familie entscheidet – nicht die liga
Der Journalist von Canal+ Polonia bohrt nach: Sportliche Ambitionen oder Familienleben? Lewandowski weicht nicht aus, er liefert die Formel, die Vereine in ganz Europa sofort nachschlagen: „Man kann das nicht trennen. Am Ende wählen wir, was sich für uns am besten anfühlt.“ Die Kamera hält sein Gesicht fest. Kein Lächeln. Keine Träne. Nur ein Profi, der schon wieder ein paar Monate weiterdenkt als die meisten Mitspieler.
Die Saison war kein Selbstläufer. Hansi Flick rotierte, der Pole saß – und musste zuschauen. „Manchmal habe ich es verstanden, manchmal wollte ich natürlich spielen“, gibt er zu. Drei kleine Muskelverletzungen zu Beginn, dann der lange Weg zurück. „Rhythmus finden braucht Zeit. Aber ich war bereit. Immer.“ Die Ironie: Wer nicht spielt, hat mehr Energie fürs Leben danach. Lewandowski lacht nicht, er addiert. „Das schätze ich auch.“

Barças meisterstück war seine disziplin
Titel Nummer fünf in Spanien. Lewandowski sieht die Meisterschaft nicht als Geschenk, sondern als Rechenaufgabe. „Die engen Auswärtsspiele, die wir früher verschenkt haben – diesmal holten wir die Punkte. Schritt für Schritt. Am Ende reichte es.“ Er selbst steht bei 26 Liga-Treffern, doch die Zahl interessiert ihn kaum. Entscheidend ist der nächste Schritt.
Und der findet offenbar nicht automatisch in Barcelona statt. Die Worte sind gewählt, aber unmissverständlich: „Ich werde abwarten, dann entscheiden.“ Klublos? Kaum. Aber eben auch nicht mehr gebunden. Lewandowski verlässt das Camp Nou mit einem Pokal in der Hand – und einem Fuß bereits draußen.
