Leverkusen zwingt arsenal in die knie – havertz trifft, aber werkself lebt

Ein Pfiff, ein Penalty, ein Paukenschlag. Kai Havertz traf Bayer 04 ins Herz, doch statt zu klagen, atmet die BayArena vor dem Rückspiel in London pure Zuversicht. Das 1:1 gegen den haushohen Favoriten Arsenal bedeutet: Die Werkself kann nach 24 Jahren wieder ins Champions-League-Viertelfinale einziehen.

Der verlorene sohn kehrt zurück – und wird zur zielscheibe

Simon Rolfes knipste trotzdem. Er fotografierte den Jubelnden, der einst seine Kasse leerte, und lachte. „Bei Kai besteht immer die Gefahr, dass ich schwach werde“, sagte der Sportchef über den Londoner Torschützen, der von 2010 bis 2020 in Leverkusen groß wurde. Die Wut über den späten Elfmeter verrauchte schnell, denn die Leistung der Rheinländer war ein Statement: Premier-League-Tabellenführer? Egal. Ballbesitzanteil 58 %, 18 Torschüsse, eine Mannschaft, die den Gegner physisch überrollte.

Robert Andrich, Kapitän und Torschütze, sprach es aus: „Wir fahren hin, um eine Runde weiterzukommen. Sonst brauchen wir gar nicht anzureisen.“ Das klingt nach Selbstbewusstsein, ist aber Realismus. Denn wer Arsenal in der eigenen Arena so demütigt, darf träumen.

Der elfmeter-streit: hjulmand sieht keinen foulpenalty

Der elfmeter-streit: hjulmand sieht keinen foulpenalty

Trainer Kasper Hjulmand schüttelte nur den Kopf. „Ich sehe keinen Elfmeter“, sagte er über den Schirientscheid nach Foul von Malik Tillman an Madueke. Die Statistik gibt ihm recht: laut Datenanbiert hat Tillman 67 % Ballkontakt. Dennoch zählte nur das Ergebnis. Und das ist offen.

Arsenal-Coach Mikel Arteta wirkte nach dem Schlusspfiff wie ein Mann, der einen Koffer voller Dynamit mit nach Hause nimmt. „Wir wissen, dass der Druck auf uns liegt“, sagte er. Acht Siege in acht Spielen vor dem Achtelfinale? Vergessen. In Leverkusen lief nichts zusammen, die Gunners wirkten ideenlos, wenn die Werkself presste.

Drei kracher in neun tagen: bayern folgt auf arsenal

Drei kracher in neun tagen: bayern folgt auf arsenal

Vor dem Rückspiel am Dienstag (21.00 Uhr) steht erstmal der Klassiker gegen den FC Bayern am Samstag (15.30 Uhr). Drei Topspiele binnen 264 Stunden – das verkraftet nur, wer den Kopf frei hat. Andrich lacht: „Dafür sind wir da.“ Die Personalie Havertz wird also warten müssen. Rolfes spielt mit dem Gedanken, den „verlorenen Sohn“ vielleicht doch noch einmal heimzuholen – „aber nur, wenn wir London erobern“.

Leverkusen spielt nicht nur mit dem Viertelfinale, sondern mit der Rückkehr in die europäische Elite. Die letzte Mission 2002 endete im Finale. 2026 könnte das nächste Kapitel beginnen – vorausgesetzt, die Werkself schickt Arsenal am Dienstag mit leeren Händen nach Hause. Die Wahrscheinlichkeit? Laut Buchmachern 38 %. Die Stimmung in der Kabine? Hundert Prozent Siegeswille.