Lesbian garros: mehr als nur tennis – eine bewegung entsteht!
Ein Name, der für Aufsehen sorgt: Lesbian Garros. Was als kleines Tennisturnier begann, hat sich zu einer Bewegung entwickelt, die weit über die Grenzen des Sports hinausreicht. Und das alles, weil eine Gruppe von Frauen eine inklusive und humorvolle Alternative schaffen wollte.
Ein turnier für alle – jenseits von klischees
Die Initiative, die vor zwei Jahren mit nur 16 Spielerinnen und 40 Zuschauern begann, hat sich rasant entwickelt. Heute werden 140 Teilnehmerinnen und schätzungsweise 500 Besucher bei der achten Ausgabe am kommenden Samstag im Polideportivo La Canaleja in Alcorcón erwartet. „Der Name ist ein Aufhänger, aber wir stellen keine Einschränkungen hinsichtlich Geschlecht oder sexueller Orientierung auf“, erklärt Ana Leal, eine der treibenden Kräfte hinter Lesbian Garros, im Gespräch mit MARCA. Es geht darum, Menschen zusammenzubringen und eine Atmosphäre des Spaßes und der Akzeptanz zu schaffen.
Was Lesbian Garros von anderen Turnieren unterscheidet, ist der Fokus auf das Miteinander und die Freude am Spiel. „Die Wettkampfmentalität kann toxisch sein, aber unser Turnier konzentriert sich darauf, Barrieren abzubauen und den Moment zu genießen“, so Leal. Die Veranstalterinnen legen Wert auf eine entspannte Atmosphäre und haben das Format entsprechend angepasst, beispielsweise durch die Einführung von Leistungsniveaus und einer Gruppenphase, um den Druck zu verringern. Ein Supertiebreak entscheidet über den Sieg, und die Endspiele werden im Best-of-Three-Modus gespielt.

Von der subkultur zum grand slam-gefühl
Die Idee zu Lesbian Garros entstand spontan. „Ich war nie eine Sportlerin, aber nach der Krise in den Dreißigern und der Pandemie habe ich mit einer Freundin angefangen, Tennis zu spielen“, erinnert sich Leal. „Wir haben eine Subkultur entdeckt, in der viele Menschen mit dem Wunsch nach sozialer Interaktion spielten. Daraus entstand die Idee, ein Turnier zu organisieren.“ Der Name, eine humorvolle Anspielung auf die Tenniswelt und die Zielgruppe, blieb hängen.
Die Veranstalterinnen haben bewusst entschieden, den elitären und förmlichen Charakter des Tennis zu unterlaufen. Das Merchandising ist „punkig“ und mit kleinen Botschaften versehen. Und obwohl der Name neugierig macht, gab es bisher keine Probleme. „Wir klären die Leute auf, dass es sich um ein Turnier für alle handelt, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung.“

Mehr als nur sport – eine plattform für aktivismus
Lesbian Garros ist mehr als nur ein Tennisturnier. Es ist eine Plattform für Frauen, die sich mit doppelten Stigmata konfrontiert sehen – als Frauen und als queere Menschen. „Wir haben viel zu dem Gespräch über Gleichberechtigung und Aktivismus beizutragen“, betont Leal. Das Turnier bietet auch Raum für andere Initiativen wie Chessbian (Schach) und Usthelesbians (Bingo), um ihre Projekte zu präsentieren und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. DJs und Live-Auftritte sorgen für zusätzliche Unterhaltung.
Die Namen der Leistungslevel sind alles andere als zufällig gewählt. Statt einer hierarchischen Nummerierung gibt es Referenzen zu inspirierenden Frauen wie Kristen Stewart und María del Monte, sowie zu Tennislegenden wie Billie Jean King, Conchita Martínez und Lili Álvarez – Frauen, die für ihre Leistungen und ihren Kampf für Gleichberechtigung stehen. Lesbian Garros ist ein Turnier, das Spaß macht, verbindet und eine Botschaft der Toleranz und Akzeptanz vermittelt. Es ist ein Grand Slam im kleinen Rahmen – mit viel Herz und Humor.
