Lene forsbach bleibt luchs: 54 tore und jetzt ziel 2028
Die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten haben ihr Rudel zusammengehalten. Nach 54 Treffern in 21 Spielen verlängerte Lene Forsbach bis 2028 – ein Schachzug, der Trainer Dubravko Prelcec „Konstanz statt Chaos“ nennt.
Warum der vertrag kein geschenk war
Forsbach kam 2024, lief sofort warm und schraubte sich zum Top-Scorer. Prelcec rechnet vor: „Sie trifft aus neun Metern, pflückt Bälle aus der zweiten Welle und sprintt zurück, als wäre ihr Leben eine Wiederholungsschleife.“ Die Zahlen sprechen dieselbe Sprache: 2,6 Tore pro Spiel, 71 % Erfolgsquote aus dem Rückraum, dazu 26 Ballgewinne im offenen Spiel. Für eine 22-Jährige ein Lebenslauf, der selbst Bundestrainer Henk Groener aufhorchen lässt.
Doch hinter den Statistiken steckt eine Arbeitsmoral, die die Kabine mitträgt. Kapitänin Anne-Kathrin Lemke erzählt, wie Forsbach nach Niederlagen als Erste wieder auf dem Trainingsparkour stand: „Sie hat Nachtschichten gedreht, um Videoanalysen zu schlucken. Das steckt an.“ Genau diese Mischung aus Qualität und Frusttoleranz wollte der Klub nicht an Konkurrenten wie Buxtehude oder Bietigheim verlieren.

Was die verlängerung über die 2. liga verrät
Mit dem vorzeitigen Vertragsschlag setzt Rosengarten-Buchholz ein Statement in einer Liga, die sich gerade neu erfindet. Gleich sieben Teams wackeln finanziell, zwei hoffen auf Lizenz-Nachschlag. Die Luchse dagegen sichern ihre Leistungsträger früh, statt im Sommer um jeden einzelnen Euro zu feilschen. Manager Jan-Hendrik Pohl gibt offen zu: „Wir wollen 2026 aufsteigen. Dafür braucht man Gesichter, die die Fans wiedererkennen – und Tore, die wehtun.“
Forsbach selbst schlägt beim Thema Verantwortung einen leisen Ton an: „Ich bin keine Lautsprecherin, aber ich kann jungen Spielerinnen zeigen, dass man hier nicht nur Körbe kriegt, sondern auch eine Heimat.“ Die gebürtige Kielerin zog nach der Vertragsunterzeichnung direkt in eine Wohnung am See, nur zehn Minuten von der Halle. „Die Gegend ist ruhig, mein Hund mag es, und ich brauche kein GPS mehr, um zum Training zu finden“, lacht sie.

Der nächste gegner spielt schon in ihrem kopf
Am Samstag gastiert Tabellenführer HSG Bensheim/Auerbach in der Luchs-Höhle. Forsbach hat sich die letzten sieben Spiele der Südhessinnen angesehen – und eine Schwäche entdeckt: „Sie stellen früh um, lassen aber ein Loch zwischen Kreis und Halbrechts.“ Wer mit ihr trainiert, weiß: Diese Lücke wird ihr erster Blick sein, ihr zweiter der Wurf. 17:3 Uhr, live im Stream, und wieder werden tausende Klicks auf ihren Namen fallen.
Verlängerung unterschrieben, Ziel klar, Gegner analysiert. Für Lene Forsbach endet die Saison nicht 2025, sondern erst 2028 – und die Uhr tickt laut genug, dass die Liga sie schon jetzt auf dem Schirm hat. Die Luchse schlafen nicht, sie jagen weiter.
